Ein österreichisches Resümee zum 1.German Event Summit – oder – wie Social Media Kontakte festigt! Gastbeitrag von Martin Benkovics

1. German Event Summit brachte manch Überaschung
Vorige Woche wurde ich von Katharina von eveos zum 1. German Event Summit eingeladen, was mich außerordentlich freute, da wir schon seit einiger Zeit Kontakt hatten – via Twitter, XING und Facebook. Wir sind also der lebende Beweis dafür, dass Social Media auch zu realen Kontakten führen kann. Und dass mein über Postings, Blog-Beiträge, Tweets und E-Mails gesammelter Eindruck auch mit dem realen Leben Stand halten konnte. Ich will damit sagen, dass, wenn mir Katharina und ihre Art zu kommunizieren nicht sympathisch gewesen wären, dann wäre ich nicht nach Wiesbaden gefahren – so reizvoll war der Gedanke an stundenlange Zugfahrt dann auch wieder nicht.

Der Kongress

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem 1. German Event Summit. „The Future of Event Marketing – Welche Strategien und Unternehmen werden zukünftig gewinnen?“ war der Untertitel dieses Kongresses.

– Agenturen kennen Ihre Kunden nicht
Für mich brachte der Kongress einige interessante Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass sich offensichtlich die (Event-)Agenturen zu wenig mit ihren Kunden auseinander setzen. Mindestens drei Vortragende haben sich (leise) beschwert, dass die Agenturen wenig über das Unternehmen wissen, für das sie einen Event planen sollen. Die Auftraggeber haben also das Gefühl, dass die Agentur zu wenig auf das Produkt oder das Unternehmen Rücksicht nimmt. Sehr interessant.

– Kommunikationsprobleme zwischen Agenturen & Kunden
Dazu passend war das Thema „Kommunikation unter Auftraggeber und Agentur“. Agenturen „beklagen“ sich über unprofessionelle bzw. ungenaue Briefings. Auftraggeber „beklagen“ sich darüber, dass Agenturen nicht darauf hinweisen, dass das Briefing unprofessionell ist!? Hm, vielleicht liegt das daran, dass dem Auftraggeber sein Unternehmen wichtiger ist als der Event? Und der Agentur der Event wichtiger ist als das Unternehmen? Ich denke, beide Seiten werden relativ häufig aneinander vorbeireden.

Das ließe sich aber ziemlich einfach lösen, wenn da nicht die Angst der Agenturen wäre, einen möglichen Auftrag schon beim Briefing zu verlieren und sie deshalb nur ihre Dienstleistung möglichst gut zu verkaufen versuchen.

Mehr Selbstbewusstsein wurde eingefordert. Die Agentur muss dem Auftraggeber sagen können, dass das Briefing unbefriedigend ist. Dazu muss die Agentur allerdings gut zuhören können. Zuhören ist für alle Branchen das Wichtigste, um Leistungen verkaufen zu können.

– Preis vs. Auftrag
Als Vorschlag kam auch, dass die Agentur möglichst früh schon einen (Muster-) Vertrag zur Ansicht schicken soll, damit Preisverhandlungen nicht nach dem Zuschlag für den Auftrag stattfinden müssen. Denn da ist die Agentur immer in einer viel schlechteren Position. Außerdem spart sich die Agentur viel Zeit und damit Geld, wenn von vornherein klar ist, dass der Auftraggeber nur Budget für einen „VW Käfer“ hat, die Agentur aber nur „Mercedes SL“ anbietet. In der Diskussionsrunde zum Thema Pitch-Kultur 2010 kam aber auch die Behauptung auf, dass manche Agenturen sich geradezu verkaufen, nur um einen Pitch zu kriegen. Womit da dann das Geld verdient wird, ist wohl fraglich.

– Viel heiße Luft
Bemängelt wurde auch, dass Agenturen Topleute haben, um einen Event beeindruckend zu präsentieren, aber der Event an sich oft keinerlei WOW-Effekte auslöst. Ich glaube, das ist leider in allen Branchen ziemlich modern. Hauptsache, es schaut gut aus.

Für mich als nicht Beteiligter (weder Auftraggeber noch Agentur) sah es sehr danach aus, dass beide Seiten diese Gelegenheit gerne genutzt hätten, um ihre jeweiligen Vorstellungen gerne zu diskutieren. Einen Ansatz gab es im Fachvortrag 3. Da wurde spontan eine rege Diskussion unter den Anwesenden begonnen. Leider wurde nur zu Social Media diskutiert und aus Zeitmangel war die Diskussion sehr schnell wieder beendet.

– Mein Highlight
Einer der Highlights war für mich die Zusammenkunft am ersten Abend, nach den Vorträgen. Katharina und Henning sind zwei sehr angenehme Gesprächspartner, keine Minute war mir langweilig. Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben, weil ich eine lange Zugfahrt hinter mir hatte und dementsprechend müde war. Aber wie so oft, wenn die Unterhaltung lustig und interessant ist, dann bleibt man noch ein wenig. Wir haben es ganz knapp geschafft, nicht die letzten zu sein. :-)

Was ist also mein Resümee des 1. German Event Summit?
Egal bei welcher Veranstaltung, das Publikum macht’s. Auch diesmal war es so. Zu hören gab es einige sehr gute Vorträge, mache Vorträge erinnerten dagegen mehr an eine Werbe-Veranstaltung, aber das ist oft so.

Wünschen würde ich dem 2. German Event Summit, dass er zusätzlich eine Diskussions-Stunde anbietet. Denn offensichtlich wollen die beiden Gruppen – Auftraggeber und Agentur – miteinander reden und das kann zu einem sehr positiven Image für die Veranstaltung führen.

Ich hätte mir auch gewünscht, einmal den 1. MICE Summit Hotellerie besuchen zu dürfen, um meinen Kunden einen kleinen Eindruck von den Vorträgen dort zu vermitteln – sie wären sehr gespannt gewesen.

Macht nichts, ich habe auch so viele neue Eindrücke gewonnen, eine nette Stadt gesehen, die eveos-Crew und noch einige mehr sehr interessante und lustige Menschen kennen gelernt sowie die Erkenntnis, dass Social-Media-Kontakte auch im wirklichen Leben Bereicherung bringen können.
Ich freue mich schon auf´s nächste Treffen, wo auch immer.

Autor: Martin Benkovics vom platzpirsch Blog


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