Ein kaltes Kino für den guten Zweck – Spendenaktion für Düsseldorfer Obdachlosen Organisation

frieren-kinoStell Dir vor, Du gehst ins Kino und erwartest ein gut temperierten Raum, in dem Du Film und Popcorn genießen kannst. Stattdessen erwartet Dich aber ein 8 Grad kalter Saal. Naja und zumindest eine wärmende Decke. Hört sich beim Lesen nicht so schlimm an, aber kann vor Ort tatsächlich recht unangenehm gewesen sein. Erst nach dem Vorspann und einigen kalten Minuten löst sich die Situation mit einem Video auf – sofern die Besucher nicht schon vorher den QR Code an der Decke entdeckt haben ;) Denn dies war eine Aktion der Agentur Havas Worldwide für eine Düsseldorfer Obdachlosen Organisation. Ziel war es auf die Umstände, in denen Obdachlose täglich und deutlich länger, leben müssen, aufmerksam zu machen. Über den QR Code an der Decke konnte man direkt Geld spenden.

Update: Der Kinosaal wurde übrigens danach wieder auf Normaltemperatur gebracht.

Mir persönlich gefällt die Aktion ganz gut, da man sie am eigenen Leib zu spüren bekommt. Und ein zunächst negatives Gefühl ist bei Aktionen aus dem sozialen Bereich sicherlich beabsichtigt.

Jedoch bin ich mir nicht sicher ob der Ort Kino tatsächlich richtig für so eine Aktion ist. Also klar, ist es gut so ein Thema anzuregen und sich darüber Gedanken zu machen, egal wo. Aber ich hätte als Kinobesucher den restlichen Abend über ein recht schlechtes Gewissen gehabt. Dabei habt man als Besucher vielleicht 25 Euro für einen netten Abend ausgegeben. Ich stünde danach in einem Konflikt: Spaß beim Kinoabend oder Gedanken machen. Was dann auch irgendwie den Eindruck hinterlässt, dass mein Spaß und soziale Verantwortung nicht zusammen passen. Ist aber nicht so, finde ich! Darüber reden und es verarbeiten kann ich mit meinem Sitznachbarn aber auch nicht, man sitzt ja im Kino…

Die Spende über den QR Code war sicherlich ein möglicher Ausweg und hat für die Organisation vielleicht auch kurzfristig funktioniert. Aber ob bei mir am Ende wirklich nur ein gutes Gefühl, jemandem geholfen zu haben, zurück geblieben wäre, hm?! Ich bin mir nicht sicher. Auch wenn ich die Aktion, das Anregen über das Thema nachzudenken und zu spenden natürlich sehr gut finde, keine Frage!

Das erklärende Video zur Aktion findest Du in der W&V.

Foto: W&V


1 Kommentar
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Ein Kommentar

  1. Mandy

    Vielleicht hat es bei dem ein oder anderen jedoch den „Groschen fallen lassen“ das, wenn man selbst für sich für so ein kurzweiliges Vergnügen 25 Euro übrig einfach so übrig hat, man vielleicht das nächste Mal 25 Cent für einen Obdachlosen einfach so übrig hat, was bei ihm ein wesentlich längeres Glücksgefühl auslöst(/en kann), weil das (vielleicht) die fehlenden 25 Cent waren damit er endlich mal wieder was warmes essen kann, oder die warme Unterkunft für die Nacht bezahlen kann. Die Summe der Teile / des Teilens macht’s ….

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