Wir haben ein Transparenzproblem im Eventmarketing

interview_bild„Wir haben ein Transparenzproblem im Eventmarketing“, hörte ich Matthias Kindler, Geschäftsführer von The Companies, kürzlich in einem anderen Kontext sagen. Und dabei ging mir das Herz auf. Nicht weil ich diesen Zustand gut fände, sondern weil ich derselben Meinung bin und mich sehr freuen würde, wenn wir in der Eventbranche ein Stück offener, ehrlicher und transparenter werden würden.

Wo das Problem liegt und was sich mit mehr Transparenz verbessern würde? Da mich die Meinung von Matthias Kindler dazu auch interessiert hat, habe ich ihn genau das gefragt – und hier sind seine unverblümten Antworten.

Interview zur Transparenzproblematik im Eventmarketing

Katharina Falkowski: Du sagtest kürzlich an anderer Stelle, dass wir ein Transparenzproblem haben. Was genau meinst Du damit?

Matthias Kindler: Auf allen Ebenen und in jedem Bereich der Live-Kommunikation mangelt es an Transparenz.

Das fängt schon damit an, dass die ganze Branche bis heute keinen vernünftigen akademischen Unterbau hat. Es gibt zwar mittlerweile rund 20 Studiengänge für die Veranstaltungsbranche, die Hälfte davon, vor allem die privaten, sind jedoch das viele Geld nicht wert, das sie kosten. Event-Konzeption, eine Kernfunktion, kann man bis heute nicht studieren. Die jungen Leute wissen und lernen nicht wie ein Event konzipiert wird, was bei einem Event funktioniert und wie Events wirken. Bereits in der Ausbildung fehlt Transparenz in Form von fehlenden fachlichen Inhalten.

matthias-kindlerDazu kommt, dass man in der Öffentlichkeit kaum gute Events zu sehen bekommt. Agenturen und Kunden verstecken ihre Arbeiten. Was dazu führt, dass niemand so recht weiß, was ein gutes Event überhaupt ist – denn man sieht ja kaum welche.

Auch zwischen Kunden und Dienstleistern fehlt häufig Transparenz. Wie genau entsteht ein Event, wie wird er tatsächlich geplant und umgesetzt. Das ist vielen Marktteilnehmern gar nicht klar. Wie oft hören wir von Kunden, dass so ein Event doch nicht so schwer sein kann. “Meine Frau hat letztens auch eine ganz tolle Feier zu meinem 50.-sten organisiert”. Solche Aussagen beweisen, dass viele Auftraggeber einfach keine realistische Vorstellung von der Komplexität in der Realität haben. Auch hier großer Bedarf für Transparenz in den Prozessen.

K.: Ist das ein besonders ausgeprägtes Problem in der Eventbranche?

Matthias: Ja. Die klassischen Kommunikationsdisziplinen sind gut erforscht. Wir wissen z.B. recht gut was bei einem Werbespot ankommt und wie er wirkt. Auch viele andere Marketing- und Werbe-Themen werden in der Presse, der Öffentlichkeit und Wissenschaft diskutiert oder finden sich in Form von Studiengängen wieder. In der Eventbranche baut sich dies dank besserer Ausbildung jetzt erst langsam und Stück für Stück auf. Für eine Branche, die Milliardenumsätze macht, ist das ausgesprochen erstaunlich. Und genau genommen natürlich ein Alptraum!

K.: Warum denkst Du, zeigen Eventagenturen ihre Projekte nicht oder engagieren sich nicht für mehr Öffentlichkeit?

Matthias: So richtig verstehe ich es auch nicht. Viele Event-Manager und Agenturen begründen es damit, dass sie keine Unternehmensinterna preisgeben dürfen oder den Wettbewerb nicht “weiterbilden” möchten. Natürlich soll niemand vertrauliche Informationen ausplaudern. Das ist klar. Ich brauche aber auch keine Zahlen oder die kompletten Planungsdaten für den Wettbewerb freizugeben. Ich kann einen Case jederzeit so aufbereiten, das er die kommunikative, inszenatorische Idee zeigt und dabei nichts Verfängliches verrät. Die meisten unserer preisgekrönten Events hatten vertrauliche Inhalte, das hat uns nicht davon abgehalten sie Juries zur Beurteilung vorzulegen. Ich denke, die Begründungen sind größtenteils vorgeschoben.

Sicherlich hat der eine oder andere auch etwas zu verstecken – nämlich seine mittelmäßige Arbeit. Viele der Events, die man dann doch irgendwie zu sehen bekommt, sind schlecht, wirkungslos, effekthascherisch. Manch einer möchte natürlich nicht zeigen womit er sein Geld verdient.

K.: Warum findest Du, sollten wir bzw. die Branche transparenter werden? Welche Vorteile hätte das denn?

Matthias: Transparenz bringt nur Vorteile und wäre ein großes Geschenk für alle Marktteilnehmer.

Zuerst ist Transparenz das ultimative Mittel um Qualität zu verbessern! Jedes veröffentliche Projekt ist auch eine Inspiration. Wir helfen uns damit gegenseitig, regen Ideen an und verbessern am Ende das Qualitätsniveau im Eventmarketing.

Zum anderen können wir durch transparente Prozesse auf mehr Verständnis der Kunden hoffen. Wenn sie sehen, wie ein Event entsteht, wie viel Arbeit das ist, wie viel Fachkompetenz dahinter steht, dann müssen wir uns vielleicht nicht mehr anhören, wie leicht so ein Event doch zu organisieren ist. In meinen MasterClass Seminaren vergleiche ich ein Event mit einer Film- & Fernsehproduktion. Nur ist Event bedauerlicherweise live und ohne die Chance es zu wiederholen!

Außerdem könnte diese Transparenz dazu beitragen wieder höhere Preise zu erzielen. Mit ehrlicher Arbeit ist ja heutzutage in der Branche kaum noch Geld zu verdienen. Und daran sollten doch alle ein Interesse haben.

K.: Wie kann man diesbezüglich denn den ersten Schritt machen? Was kann jeder machen, damit es etwas transparenter wird? Oder braucht es dafür eine große und konkrete Veränderung?

Matthias: Eine einzelne Agentur kann da, denke ich, nicht viel bewegen. Eigentlich ist es eine Verbandsaufgabe, aber da habe ich nach den Erfahrungen der letzten zehn Jahre wenig Hoffnung.

Somit ist es am Ende vermutlich eine Thema für die Ausbildung des Nachwuchses. Wenn man an den Hochschulen nicht nur vermittelt, wie Events wirklich funktionieren, sondern auch durch Forschung Transparenz herstellt, wird es eines Tages „von unten“ in die Branche hineinwachsen.

K.: Danke Matthias für das Interview!

Und wer einen ersten Schritt hin zu mehr Transparenz machen möchte, ist herzlich eingeladen seine Events und Projekte bei uns im eveosblog vorzustellen! Einfach per Mail mit mir in Kontakt treten, wir freuen uns!


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15 Kommentare

  1. Wolf Rübner

    Lieber Herr Kindler,

    vielen Dank für den Klartext, das kann man nur unterschreiben. Mit 15 Jahren Agentur-Erfahrung und 7jähriger Praxis als Dozent/Lehrbeauftragter an privaten und staatlichen Hochschulen kann ich diese Defizite nur bestätigen.

    Der Verband hat es versäumt, Ausbildungsinhalte und Standards zu formulieren.
    Der wissenschaftliche Beirat wurde verprellt und in aller Stille beerdigt. Stattdessen hat
    man sich zwei private Weiterbildungsanbieter in die Arme geworfen. Das kann man machen, aber das ist entschieden prekär.

    Die Chance auf einen seriösen Fachkongress, wie er in allen Kommunikationszweigen üblich ist, wurde vertan bzw. von VOK DAMS ausgebremst. Deren eigener Kongress ist anschließend kläglich gescheitert. Zuviele Egoismen, zuviel Harren und Dulden, zuviel Schweigen im Walde.

    Daher plädiere ich für einen neuen Anlauf für einen Fachkongress. Wer könnte Veranstalter sein? Das ist meine Frage in die Runde.

  2. Jessica

    Ich habe am ersten Fortbildungslehrgang für Veranstaltungsfachwirte (IHK) in Hamburg teilgenommen und bin froh darüber. Ich hatte zum Großteil fantastische Tutoren aus der Praxis, zum einen Agenturinhaber aber auch One Man Shows, sowie professionelle Kommunikationstrainer. Seitens der IHK gibt es noch viel Verbesserungspotential (!!), allerdings wurde mein vorher eingeschränkter Corporate Events Blick für die gesamte Branche weiter aufgefächert. Ich mache immer noch Corporate Events, allerdings mit dem Wissen und dem Blickwinkel einer Agentur, die um jeden Auftrag pitchen muß.
    Insofern denke ich ist „Konzeption von Events“ als Studiengang insofern nicht durchführbar, da man so viele verschiedene Faktoren berücksichtigen muß, je nachdem für wen man tatsächlich arbeitet. Agenturen, Corporates oder sonstige Subunternehmer gehen völlig unterschiedlich an die Konzeption, da sie unterschiedliche Ziele haben. (Abgesehen von dem all-over Ziel, ein gutes Event abzuliefern und die Botschaft zu vermitteln).
    Es liegt demnach an der Branche ihren Nachwuchs kompetent auszubilden und sie nicht als billige Hilfskräfte einzusetzen. Und auch der Nachwuchs sollte sich seinen Arbeitgeber genau anschauen oder wenn es auf Kaffeekochen, Kopieren und Service Aushilfe bei schlechter Cateringplanung hinausläuft auch einen Stellenwechsel in Betracht ziehen. Oder einen anderen Bereich – statt Sportevents vielleicht Konzerte, statt Tourneeveranstalter vielleicht Messe usw.
    Unsere Branche ist eine der flexibelsten überhaupt was Arbeitszeiten und -orte angeht, man sollte sich daher auch seines eigenen Marktwertes bewußt sein und diesen auch durchsetzen. Denn nur wer sich bei seinem AG wohlfühlt kann frei denken und tolle Events konzeptionieren, die begeistern. Egal ob das Publikum Event-erfahren ist oder nur 1x im Jahr an Veranstaltungen teilnimmt. Auch Konferenzen können Spaß machen. ;-)

  3. Stephan Schäfer-Mehdi

    Hallo Matthias,
    ein kurzer Widerspruch zur akademsichen Ausbildung. treibhaus08 ist ein wichtiger Ansatz a la Texterschmiede. Aber leider fehlt nach wie vor die flächendeckende Unterstützung durch die Agenturszene, die für das nächste Level wichtig wäre.

    Stephan

  4. Wolf Rübner

    Hallo Herr Schäfer-Mehdi,
    ein kurzer Widerspruch zu treibhaus 0.8. Bin ein großer Fan dieses Modells, fachlich ausgezeichnet, aber es fehlt der staatlich anerkannte Abschluß. Insofern kann das nicht als akademische Ausbildung gelten.

  5. Elfie Adler

    ja, auch die Zukunft hält viele Themen, Herausforderungen und Aufgaben für uns bereit. Vielen Themen haben wir uns in der Vergangenheit bereits gewidmet und das schöne an der Verbandsarbeit ist: Es gibt immer noch mehr zu tun. Ein kleiner unvollständiger Überblick, was Sie derzeit bei uns so alles finden:

    – Sie suchen dokumentierte Marketing-Events? Über 400 finden Sie hier: http://www.famab.de/eva/archiv/teilnehmer_2012/list_corp.html. oder auch hier: http://www.ereignisfeld.com
    – Sie suchen Forschungsergebnisse zum erfolgreichen Einsatz von Marketing-Events: Versuchen -Sie es einmal hier: http://www.famab.de/famab/services/branchendaten/eventbusiness.html.
    – Sie suchen nach verlässlichen Vorgaben zur erfolgreichen Kreation und Umsetzung von Eventmaßnahmen: Vielleicht schauen Sie einmal hier: http://www.famab.de/famab/qualitaet/Qualitaet.html
    – Nachhaltigkeit ist Ihnen wichtig? Dann hätten wir da etwas: http://www.famab.de/famab/qualitaet/_nachhaltigkeit.html#
    – Praxisorientierte, hochschulübergreifende Nachwuchsförderung? Da denke ich zum Beispiel an DAVID: http://www.famab.de/famab/awards/Award_DAVID.html

    Womit können wir Ihnen als Nicht-Mitglied noch dienen? Lassen Sie es uns bitte wissen.

    Mit der veränderten Struktur des FAMAB, ohne seine Foren, hat der Verband im Jahre seines 50.Geburtstags eine noch höhere Dynamik erhalten. Wir arbeiten an sehr vielen branchenrelevanten Themen. Und Sie dürfen auf die Ergebnisse gespannt sein. Nur soviel für Sie als externe Beobachter vorab: Es geht um einen ADAM + EVA-Relaunch, es geht um Ausbildung, es geht um Weiterbildung, es geht um unseren Nachwuchs, es geht um verantwortliches Handeln in der Branche, es geht um Brancheresearch… Sie sind herzlich eingeladen, daran mitzuwirken. Es ist sehr viel Arbeit und Engagement gefordert.

    Ihre Elfie Adler

  6. Wolf Rübner

    Liebe Frau Adler,

    „Womit können wir Ihnen als Nicht-Mitglied noch dienen? Lassen Sie es uns bitte wissen.“
    Kurze Antwort – mit einem Fachkongress! Der geborene Veranstalter ist immer der Verband.

    Ich freue mich über die neue Dynamik im FAMAB, der Dornröschenschlaf ist beendet.
    Fakt bleibt (das regelt allerdings der Markt) – die akademische Ausbildung leidet an unzulänglichen Curriculae und mangelnder Qualifikation externer Dozenten. Und prekären Vergütungen: Für einen Selbständigen wird das dann zur Liebhaberei – wie in meinem Fall.

  7. Andreas Schäfer

    Ich möchte Herrn Rübner, was das Treibhaus08 angeht, widersprechen. Es ist die einzige Einrichtung, die übergreifend und mit wirklich kompetenten interdisziplinären Referenten funktioniert und nicht nur die üblichen Marketingsäue durchs Dorf treibt. Für die öffentlichen Hochschulen wie die UdK, wo solch ein Studium gut untergebracht wäre, ist die Anzahl der potentiellen Studenten zu gering. Der formelle Abschluss ist nicht das Wesentliche, sondern Talent und die Qualität der Ausbildung! Die Branche sollte das Treibhaus viel mehr als Rekrutierungschance für Kreativpersonal stützen.

  8. Dagmar Kury

    Ich sehe es genau so wie Herr Kindler:
    Events und speziell deren Konzeption kann man nicht studieren- dafür ist der Markt viel zu schnelllebig.
    Ich persönlich habe BWL und Kultur-Freizeitmanagement studiert an einer sehr angesehenen FH.
    Inhalt unseres Studiums war neben der Theorie, viel auf Events und Messen zu gehen und einen Blick hinter so manche Bühne zu riskieren. Auch die Realisierung von eigenen Projekten war Inhalt.

    Dafür hätte ich sicher nicht studieren müssen. Für dieses Studium bin ich nach 5 Jahren aus meinem sicheren Job, in dem ich bereits in diesem Bereich gearbeitet habe.
    Aber bevor man hier an einem eventuellen guten Studienkonzept oder anerkannten Abschluss arbeitet, sollte man vor allem an der Einstellung so manchen Unternehmens/ Personalers arbeiten:
    ohne Studium wird einem oft der Eintritt in ein Unternehmen verwehrt bzw. die Bewerbung sofort heraus gefiltert. Zudem ist man schnell an einer gewissen Lohngrenze angelangt. Im Event Bereich zählt meiner Meinung nach Erfahrung und lebenslanges Lernen und nicht unbedingt ein Studium.

  9. Ulrich Wünsch

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    darf ich aus akademischer Sicht (Professor an eiern provaten Hochschule – Medienwissenschaflter – Studiengagnsletetr von Event-Studiegängen – eingebunden in die Entwicklung von Curricula in England und Canada) ein wenig zu Thema und Diskussion beitragen:
    – es ehrt das Akademische, dass es so gefordert wird. Wichtig sind auch die nciht-akademischen Ausbildungen. In beiden Bereichen gibt es gute und schlechte Angebote. Die müsste man benennen (auch jenseits der Aussagen von Teilnehmern im Web) und aufgrund von Kriterien bewerten.
    – von mir und KollegInnen aus sieben Hochschulen (TU Chemnitz, FH Worms, FH Osnabrück, FH Heilbronn, IFH Bad Honnef, hdpk, ibs) wurde der „Qualitätszirkel Eventstudium“ gegründet. Dieser wird bald eine Liste mit Kriterien (formal, inhaltlich) zumindest für den akademischen Bereich publizieren.
    – treibhaus 08 ist ein wunderbarer Ansatz auf hohem Niveau. Das Programm (Weiterbildung) kann aber aufgrund von bestimmten Vorgaben so wie es ist kein Studiengang werden (weder an der Udk noch an der hdpk). Allerdgings wird die Qualität auf akademischem Niveau von der Hochschule hdpk bescheinigt, die das Angebot von treibhaus 08 mit einem Hochschul-Zeritfikat versieht
    – Kunst und Kreativität kann man lernen/studieren. Oder lautete die Forderugn alle Kunsthochsculen udn Musikhochsculen zu schließen? Kunst heutzutage ist marktgängig und marktbestimmt. Unternehmen (und andere) verwechseln Kreativität und Innovation.

    Ulrich Wünsch

  10. Ulrich Wünsch

    Ein P.S. zum vorigen Text von mir: Bitte entschuldigen Sie die Tippfehler, meine Tastatur kommt in die Jahre wenn ich in Eile bin.
    Ulrich Wünsch

  11. Matthias Kindler

    liebe alle,

    vielen dank für die anregende Diskussion. schön, wenn mein gespräch mit eveos das ausgelöst hat. ich finde treibhaus ebenfalls interessant, aber für ein konzeptionsstudium wäre meiner einschätzung nach durchaus „platz“.

    und liebe jessica, da haben wir uns vielleicht missverstanden: klar kann man konzeption studieren. gerade die vielfältigen blickwinkel und aufgaben im eventbereich machen das nötig. und spannend.

  12. Helge Thomas

    Ich finde Klartext immer gut. Auf der anderen Seite sehe ich eine andere Welt. Wer Mitglied im FAMAB ist weiß, dass dort eine ganz besondere und inspirierende Transparenz unter uns „Marktbegleitern“ herrscht. Und wir selbst als Agentur können natürlich etwas dazu beitragen. In jedem Gespräch und mit jedem Blogartikel und mit jedem veröffentlichten Backstage-Report. Märkte sidn GEspräche sagt das Cluetrain-Manifesto. Unternehmen haben zum ersten Mal die Chance, direkt mit ihren Märkten zu sprechen. Und genau das tun wir. Via Telefon, Mail, Website, Blog, Facebook, Twitter, YouTube ebenso wie regelmäßig auf eigenen öffentlichen Veranstaltungen. Wie gesagt: Ich mag Klartext. Was ich nicht mag ist die Aussage: „Die Anderen müssen etwas tun.“ we make the difference. every day!

  13. Jan Drengner

    Lieber Herr Kindler, liebe Leser,

    gegen den „Alptraum“ einer mangelnden wissenschaftlichen Aufarbeitung/Reflektion der Wirkungen von Events gibt es mittlerweile ein paar hilfreiche „Medikamente“: So findet in diesem Jahr an der TU Chemnitz bereits zum fünften Mal die „Wissenschaftliche Eventkonferenz Eventforschung“ statt, auf der Dozenten und Forscher verschiedener Hochschulen sich regelmäßig austauschen. Die Erkenntnisse sind übrigens über die im Springer-Verlag (nicht der vom Axel!) verlegten Tagungsbände für jeden einsehbar. Weiterhin gibt es seit längerem auch Dissertationen, die sich intensiv mit den Wirkungen von Events auseinandersetzen. Im internationalen Bereich bieten folgende wissenschaftliche Journale sehr viele Einblicke in die „Funktionsweise“ von Events: Event Management, Festival Management & Event Tourism, International Journal of Event and Festival Management, Journal of Convention & Event Tourism.

    Wie von Kollegen Wünsch außerdem angemerkt, wird mittlerweile an einigen Bildungseinrichtungen Wert darauf gelegt, auch die Wirkungsmechanismen von Events zu lehren. Sicher wird es etwas dauern, bis dies mit entsprechend ausgebildeten Eventmanagern und -innen in den Agenturen sichtbar wird. Um jedoch einen solchen Transfer zu beschleunigen, wäre es aus Sicht der Wissenschaft wünschenswert, dass „die Branche“ ab und zu auch einen Blick in die o.g. Quellen wirft. Hilfreich sind insbesondere auch Kooperationen der Agenturen mit Bildungseinrichtungen, denn gute wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkungsweise von Events lassen sich nur anhand empirscher Daten gewinnen. Leider ist es für die Wissenschaft hier sehr schwer, entsprechenden Zugriff auf Events als Untersuchungsobjekte zu erhalten. Dies liegt sicher auch in dem von Herrn Kindler zu recht beklagten Transparenzproblem begründet, da mit empirischen Studien eventuell auch Schwachstellen von Veranstaltungen sichtbar werden (könnten).

    Zum Schluss sei noch etwas Eigenwerbung erlaubt, die mir hier hoffentlich verziehen wird: Im bald erscheinenden Tagungsband zur vierten Chemnitzer Eventkonferenz wird es einen Beitrag von mir und Julia Köhler geben, in dem wir versucht haben, die bisherigen wissenschaftlichen (insb. empirischen) Erkenntnisse der betriebswirtschaftlichen Eventforschung aus der Perspektive des Marketing zusammenzufassen. Vielleicht sorgt auch das für etwas mehr Transparenz?

    Beste Grüße, Jan Drengner

  14. Helge Thomas

    hier noch ein kleiner nachtrag. ich glaube, in unserer welt bewegen sich gerade ganz viele kontinental-platten. von personalern höre ich z.B. immer öfter, akademikern werde immer weniger vertaut. zuviel theorie. zu wenig lösungskompetenz. von kunden höre ich immer öfter, klassische werbung (die ja wie sie sagen besonders transparent ist) verliere immer mehr an wirkung und vertrauen. ich hab das alles vor kurzem mal versucht, zusammen zu fassen in meinem vortrag „the age of trust“. hier ist der link zu den charts: http://de.slideshare.net/helgethomas/social-media-night-ka

  15. Jürgen Kausmann

    Irgendwie erinnert mich die Diskussion an ähnliche, die vor ca. 25 Jahren rund um die PR geführt wurden. Die Situation war ähnlich: Abgrenzung oder auch Konkurrenz zu gleich 2 „klassischen “ Disziplinen: Werbung & Journalismus. Keine klaren erkennbaren akademische Angebote, mehr oder weniger gute kommerzielle Aus-/Weiterbildungsangebote, viele Quereinsteiger aus anderen Disziplinen und Studiengängen.
    Das macht Hoffnung, dass sich das auch in der Eventbranche auf kurz oder lang regeln wird.
    Wobei: Der Eventbereich ist wesentlich differenzierter und vielschichtiger; daher kann es auch durchaus noch länger dauern.

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