Ist die Erfolgsmessung von Events ein Innovationskiller?

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Letzte Woche habe ich über Eventkontrolle, über Methoden zur Erfolgsmessung von Events und meinen Eindrücken aus der MasterClass Event & Marketing berichtet. Vor meinem Besuch dort hatte ich bei einem anderen Gespräch ebenfalls über die Messung von Events gesprochen und auch kritische Stimmen vernommen. Man befürchtete, dass Eventkontrolle zu weniger Mut, Innovation und geringerer Risikobereitschaft im Eventmarketing führt. Ich habe für euch bei der MasterClass nachgehakt und gefragt, ob das nicht tatsächlich eine realistische Befürchtung ist.

Matthias Kindler und Prof. Hans Rück sind jedoch der Überzeugung, dass genau das Gegenteil der Fall ist. “Kreativität braucht Grenzen, um effektiv zu sein.” so Prof. Rück. Mit Grenzen sind die jeweils gesetzten Ziele gemeint. Denn zur Kontrolle ist die Definition von Zielen grundlegend – etwas das viele Agenturen sonst häufig vermissen. Hieraus lassen sich natürlich auch innovative Ideen entwickeln. Sie schränken ihrer Meinung nach die Kreativität nicht ein, sie lenken sie nur in die “richtige” Richtung.

Nebenbei sieht Prof. Rück auch den Vorteil, dass Eventmanager und Agenturen Eventkontrolle als Hebel benutzen können, um bei ihren Auftraggebern aussagekräftige Ziele „einzuklagen“. Denn ohne Ziele keine Kontrolle – und genau genommen auch kein Erfolg!

Wenn ein Unternehmen das Konzept der Eventkontrolle tatsächlich verstanden hat, dann zielt es nicht darauf ab jedes Jahr das Gleiche haben oder nichts Neues ausprobieren zu wollen, sondern seine Ziele mittels Event zu erreichen. Und das sind von Jahr zu Jahr, von Event zu Event immer wieder andere – und somit immer wieder neue oder andere Wege des Eventmarketings. In diesem Fall möchten beide Parteien – Auftraggeber und Agentur – stets die Ziele bestmöglich erreichen, auf welchem Wege auch immer. “Das Ziel ist etwas Gutes zu machen, davor braucht man keine Angst zu haben.”, sagt Matthias Kindler.

Kunden, Unternehmen und Menschen, die dies natürlich missverstehen, immer wieder das Gleiche wollen oder Risiken meiden, gibt es und wird es natürlich auch immer geben. Mit oder ohne Erfolgsmessung von Events. Doch wer sinnvolle Eventkontrolle wirklich verinnerlicht hat, der fragt nicht nach dem Gleichen, sondern nach dem jeweils Wirksamen, so der Tenor der MasterClass Event & Marketing.

Foto: Daino 16


1 Kommentar
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Ein Kommentar

  1. Andreas Schäfer

    Es gibt nur eine Art von Events, die mit diesen Instrumenten so einer „Erfolgskontrolle“ unterzogen werden können: Kaffeefahrten. Und genauso verstehe ich diese Äußerungen von Matthias Kindler und Prof. Hans Rück, als Kaffeefahrt. Sie wollen nämlich auch nur unserer Branche ihre Heizdecken und Töpfe verkaufen. Was ofmals fehlt ist eine (gute) Idee, die kann ich mit Kontrolle nicht ersetzen und nicht erreichen. Eine Idee, ist eine Idee, ist eine Idee … Genau davon braucht es mehr, liebe Kolleginnen und Kollegen. Oder ein aktuelles Beispiel ist Jogi Löw mit seinen Jungs, ohne den bislang bei der WM sehr uneffektiven Mario Götze und seinen plötzlichen Geniestreich wären wir jetzt wahrscheinlich vielleicht kein Weltmeister.

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