ADAM + EVA 2013 – Oh happy Day

Kommentar von Wolf Rübner, EventCampus

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Alljährlich verleiht der Branchen-Verband FAMAB die Oscars der Live-Kommunikation – EVA für ausgezeichnete Events und ADAM für exzellente Messestände. Die Messestadt Leipzig war diesmal Schauplatz und damit ging die Sonne der ADAM + EVA-Awardshow zum ersten Mal im Osten Deutschlands auf. Laut, bunt und rockig ging es in der gigantischen Glashalle auf dem neuen Messegelände vor ca. 900 Gästen zu. Die Glücksgöttin Fortuna leerte wohl ihr gesamtes Füllhorn über die ausrichtende Berliner Agentur insglück aus, die sich nicht nur über einen gelungenen Abend, sondern auch über zwei goldene und zwei silberne Event Awards freuen durfte.

Life is live

Das Konzept der Preisverleihung war im Gegensatz zu den Vorjahren etwas schlichter und basierte auf Show-Elementen wie Live-Musik und Special Effects. Das rockte und groovte, verlieh der zweistündigen Show genügend Schwung. Die wohl schwierigste Veranstaltung des Jahres wurde von Chris Guse und (aus der Nominee-Lounge) Aljoscha Höhn moderiert. Der hatte sich bereits im Vorfeld als „rasender Reporter“ in den nominierten Agenturen und auf den Strassen von Leipzig getummelt. Beide lösten ihre Aufgabe betont locker und amüsant. Auf der Bühne verzichtete Chris Guse klugerweise in den Interviews auf jede Fachsimpelei, beschränkte sich auf eine Conference.

Das Bühnenbild bestand aus beweglichen Projektionssegeln und einer zentralen Showtreppe. Die gesamte Breite der Bühne wurde mit Mood-Bildern bespielt. Integriert waren links und rechts die Felder für Video- und Kamerabild. Das Set war einem Theater nachempfunden, das Publikum saß aufsteigend auf einer Tribüne, eingerahmt von bauseits vorhandenen Raumteilern. Sensationell der von Neumann & Müller verantwortete Sound in dieser akustisch schwierigen Location.

Sintfluten aus Konfetti

Als Opener gab eine Tanz-Performance in LED-Kostümen, garniert mit Special Effects, die Tonalität des Abends vor. Die Dramaturgie der Preisverleihung in 13 Kategorien erinnerte an bekannte Formate von BAMBI bis GOLDENE KAMERA an. Das war sauber, bot allerdings auch wenig Überraschendes. Die Mechanik der Gewinnerkür aus drei nominierten Projekten war wenig originell durch Öffnung des ominösen Briefumschlag von einem Jury-Mitglied geregelt. Währenddessen zeigte die Video-Projektion einen Vierer-Split (Bühne plus drei Nominierte in der Lounge im Backstage-Bereich). adam-eva-award-buehne3Nach der Verkündung schritten die Sieger vorbei an einem Spalier von Live-Musikern die Treppe hinab. Etwas stiefmütterlich wurden die zweiten und dritten Plätze behandelt, die kaum beachtet auf der Bühne herumstanden.

Böse überrascht wurde das Publikum zu Beginn und am Ende der Awardshow durch wahre Sintfluten von silbernem und goldenem Flitter. Das drang bis in die Tiefen der Unterwäsche, war wenig umweltbewußt und hinterließ der Putzkolonne eine wahre Herkulesaufgabe.

Glückspilze und Pechvögel

Wer oder was hat gewonnen? Ein Trend oder ein innovatives Event-Format waren nicht erkennbar. Business as usual auf hohem Niveau. Einen erfolgreichsten Kunden gab es diesmal nicht zu vermelden – vier Automobilhersteller und BAYER lagen auf gleicher Höhe. Mit 3x Gold, 4x Silber, 4x Bronze, sprich einem Drittel aller Auszeichnungen war die erfolgreichste Branche (wie immer) der Automobil-Sektor. Überraschend ging BMW diesmal leer aus. Dagegen hatte die BAYER AG selbst eingereicht und gewann mit ihren Jubiläumsprojekten Silber und Bronze.

Unter den Architekten ragte diesmal niemand heraus. Ambrosius Messebau freute sich über 2x Gold. Die mit Abstand erfolgreichste Agentur war wie erwähnt insglück aus Berlin mit je 2x Gold und Silber. Auffallend, daß VOKDAMS diesmal trotz Einreichungen leer ausging. Viermal Bronze und damit echt „glücklos“ schnitt dagegen facts+fiction ab, eine der deutschen Kreativschmieden. Wie man einen dritten Platz feiern kann, zeigte die große Truppe von Pure Perfection aus Wiesbaden – es war Freude pur.

Don’t worry be happy

Die Award-Kategorien offenbaren weiterhin Schwächen, Überschneidungen von Consumer und Public Events liegen in der Natur der Sache. Doch einige Projekte sind nach allen gängigen Definitionen KEINE Events, sondern Promotion, zu deutsch Verkaufsförderung. Besonders krass trat dies in der schwammigen Kategorie „360°-Events“ ausgerechnet beim Sieger OLYMPUS zutage: sogar im Off-Text ist zweimal von einer Ausstellung die Rede. Nebenbei ist der Begriff ziemlich unsinnig.

Peinlich oder nur unglücklich die Kür in der Kategorie „Event-Catering“. Hier gab es lediglich ein nominiertes Projekt, das von zwei FAMAB-Mitgliedern für eine Eigenveranstaltung des FAMAB eingereicht wurde und – ja, mit Gold bedacht wurde. Es gab zwei weitere Einreichungen mit Niveau und es bleibt das Geheimnis der Jury, warum sie nicht nominiert wurden. Da wird das Procedere zur Farce. Das hinterläßt ein Geschmäckle, um im Bild zu bleiben. Dieses Urteil bezieht sich wohlgemerkt nicht auf die Catering-Leistung, sondern nur auf das Verfahren.

Ungereimt der Umgang mit dem Projekt iLUX, das in zwei Kategorien eingereicht bzw. angenommen wurde. Ungereimt auch die Nominierung von vier Projekten in der Kategorie „Public Event“, während beim Eventcatering nur eines vor den Augen der Jury Gnade fand.

Unverständlich (bei dem hohen eigenen Anspruch) die fehlende Kategorie „Green Event“.
Ungerecht seit Jahren die hohe Teilnahmegebühr von 90 Euro für Studenten.

Insgesamt sollte der FAMAB die Kategorien beim geplanten Relaunch für 2014 genauer definieren und auch über sein Verständnis von Event – oder besser Live-Kommunikation – nachdenken.

Alles in allem – eine geglückte Veranstaltung unter schwierigen Bedingungen und mit sehr engagierten Dienstleistungspartnern (Sponsoren). Ein Event, mit dem alle Beteiligten happy sein können, auch wenn es schon bessere gab. Wir freuen uns auf 2014 wieder in Leipzig? Übrigens eine phantastische Stadt, für die man sich Zeit nehmen sollte!

Fotos: Henning Stein / www.eveosblog.de

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