Content-Marketing in der Live-Kommunikation: Uniplan launcht eigenes Agentur-Magazin namens Read

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Eigenmarketing unter Agenturen (der Live-Kommunikation) ist so ein Thema – die meisten wissen schon, dass es heute auch als Agentur wichtig ist, präsent zu sein und sein Image bewusst zu steuern. Im Alltag fehlt dann aber häufig die Zeit oder ein Mitarbeiter, der sich zuständig fühlt. Doch hin und wieder gibt es Beispiele und Anregungen, wie man es machen kann und sollte. Eines davon liefert uns erneut die Agentur für Live-Kommunikation Uniplan. Nach einer Studie und Mitarbeiter-Videos ist es diesmal ein eigenes, vor Kurzem veröffentlichtes Agentur-Magazin namens Read.

Die erste Ausgabe beschäftigt sich passenderweise mit Neuanfängen. Dabei bezieht sich die Agentur nicht nur auf eigene Neuanfänge und Projekte, sondern auch auf die von Designern, Künstlern oder Unternehmen. Darunter ein Interview mit Grafikdesigner Stefan Sagmeister, der über seine Strategie, alle sieben Jahre neu anzufangen, spricht. Die Geschichte des Künstlers Kudzanai Chiurai erzählt von Kunst als treibende Kraft für Neuanfänge in der afrikanischen Demokratiebewegen. Neue technische Entwicklungen wie Augmented Reality oder Gestaltungstrends im Messedesign werden ebenfalls aufgegriffen. Sehr sympathisch und bodenständig ist der abschließende Teambuilding-Tipp zum Selberbauen: Futebol de Botao spielt man unter anderem mit Kronkorken, Geldmünzen und einer zusammengeknüllten Papierkugel.

Kern des Magazins sind Themen, die die Agentur und ihre Mitarbeiter interessieren und beschäftigen – und das sind eben nicht nur eigene Arbeiten! Nichtsdestotrotz finden auch diese unaufdringlich Platz im Magazin. Uniplan stellt unter anderem ausgewählte eigene Projekte, neue Mitarbeiter und News vor. Gerade bei den eignen Projekten würde ich mir aber noch ein wenig mehr „Blicke hinter die Kulissen“ wünschen, was die Inhalte an der Stelle noch interessanter machen würde.

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Doch Uniplan hat nicht nur bei den Inhalten, sondern auch bei der Gestaltung sichtlich auf eine Image prägende Wirkung geachtet. Dank dem prägnanten Hort Design, ist das Magazin nicht nur inhaltlich lesenswert, sondern auch sehr schöngeistig.

Insgesamt ein gelungenes Beispiel für Content-Marketing, weil man merklich an die Interessen der Leser denkt und sich nicht der Selbstbeweihräucherung hingibt – etwas dem Agenturen ja nur zu gerne frönen ;) Daneben erkennt man in den Inhalten und der Gestaltung einen hohen Anspruch, der auch im Sinne der Außenwirkung (der Agentur und gesamten Branche) äußerst wichtig ist. Günstig oder wenig aufwendig wird das Ganze aber sicher nicht sein.

Geplant sind zwei Ausgaben pro Jahr mit einer Auflage von jeweils 1000 Stück. Die Inhalte werden größtenteils von einem internen Redaktionsteam erstellt, die Themenschwerpunkte wechseln pro Ausgabe.


Interview zum Uniplan Magazin Read mit Andreas Horbelt:

Für einen weiteren Einblick in das Konzept des Magazins, hat uns Andreas Horbelt, Chief Creative Officer bei Uniplan und Mitglied des Redaktionsteams freundlicherweise noch ein paar Fragen beantwortet.

Wie kommt eine Agentur für Live-Kommunikation auf die Idee eines gedruckten Magazins?

andreas_horbeltAndreas: Uns ist einfach aufgefallen, dass wir viel zu erzählen haben. Darüber, was wir erleben, was wir tun, wohin sich die Branche entwickelt. Wir wollten ein Medium, in dem wir Einblick in unser Denken geben, Position beziehen und Diskurse anregen können. Der Leser soll verstehen, wer wir sind, wie wir ticken und was uns beschäftigt.

Gleichzeitig sind wir ein Unternehmen, das inzwischen global agiert und sich sehr schnell weiterentwickelt. Das Magazin gibt uns die Möglichkeit, unsere Kunden, Partner und auch Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten und Ihnen zu zeigen, wohin sich Uniplan entwickelt.

Wir haben dann lange diskutiert, ob wir einen Blog oder ein Magazin gründen, wir haben uns am Ende für ein Magazin entschieden, weil wir aus einer Branche kommen, die immer noch sehr haptisch ist, und wir glauben, dass die Dinge anfassbar sein müssen. Außerdem sind wir schlicht überzeugt, dass ein Magazin mehr gelesen wird als ein Blog.

Das Feedback auf die erste Ausgabe war sehr gut, deswegen wird ab der nächsten Ausgabe zusätzlich zum deutschsprachigen Magazin auch ein englischsprachiges für unsere Büros in Asien und den USA erscheinen.

Was sind eure konkreten Ziele mit Read?

Andreas: Wie gesagt, wir wollen unsere Kommunikation mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern verbessern. Insofern ist READ vor allem ein Image Tool, auch wenn es sicher den Nebeneffekt gibt, dass wir zusätzliche Kundenkontakte generieren und so noch stärker in den Dialog mit unseren Kunden kommen. Mit READ haben wir uns also eher qualitative Ziele gesetzt. Quantitative Ziele i.S.v. mehr Umsatz oder anderen monetären Messgrößen würde ich auch für Unsinn halten.

Uniplan macht auch darüber hinaus viel Eigenmarketing. Warum legt ihr so viel Wert auf Eigenmarketing, warum ist das eurer Meinung für eine Agentur wichtig?

Andreas: Lustig, ich empfinde es gar nicht so, dass wir extrem viel Eigenmarketing machen. Allerdings spielt in der Tat in vielen anderen Agenturen das Thema Eigenmarketing bzw. Kommunikation noch immer eine kleinere Rolle als in Unternehmen. Neben der klassischen Pressearbeit haben wir unsere Website, einen Facebookauftritt, der redaktionell sehr gut funktioniert, halten ab und zu einen Vortrag und schauen, dass wir viele unserer Projekte in einer hohen Qualität on- und offline zeigen. Und zusätzlich haben wir jetzt eben auch das Magazin. Das sollte für eine Kommunikationsagentur heutzutage eigentlich Standard sein, oder?

Sehe ich auch so, nur leider noch nicht so oft in der Praxis. Daher ist das vielleicht eine schöne Anregung!
Vielen Dank für das Interview!

Fotos: Uniplan


3 Kommentare
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3 Kommentare

  1. Wolfgang Richtel

    jetzt muss es Uniplan nur noch hinbekommen, dass auch die eigenen Angstellten von ihrem Unternehmen ebenfalls begeistert sind. Betrachtet man die Arbeitgeberbewertung z.B. bei der XING-Tochter Kununu, schneidet diese Agentur einfach nur unterirdisch ab.

    Kurzum, man bemüht sich um Eigenmarketing und vergisst eben doch das Wichtigste: die eigenen Angestellten.

  2. Katharina Falkowski

    Hm, also die Wortwahl scheint mir persönlich überspitzt und etwas spekulativ! Ist die Frage, ob das eine eigene Erfahrung ist oder ob sie sich nur auf solche Bewertungen bezieht?!

  3. Andreas Horbelt

    Lieber Wolfgang Richtel.

    Ich glaube nicht wirklich an anonyme Kununu Bewertungen. Ich glaube an das, was mir meine Kollegen jeden Tag erzählen und als Feedback geben. Und da gewinne ich Tag für Tag den Eindruck, dass hier sicher vieles verbesserungsfähig ist, dass wir aber insgesamt gar nicht so schlecht dastehen und viele Leute hier sehr gerne und motiviert arbeiten. Und dafür tun wir auch eine Menge. Vielleicht kommen Sie einfach mal vorbei und überzeugen sich selbst? Wir suchen aktuell Mitarbeiter für verschiedene Positionen… ;-)

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