Wie Video Mapping Geschichte zum Leben erweckt: Projektion in der Kirche von Sant Climent de Taüll

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Video Mapping Projektionen werden häufig als zeitlich begrenzte, öffentliche Erlebnisse eingesetzt, die zweifelsohne beeindrucken, sich aber nicht selten auch die Kritik und Frage nach dem tatsächlichen Nutzen und Sinn gefallen lassen müssen. Das wird dem folgenden Projekt ganz sicher nicht passieren. Die dauerhaft installierte Mapping Projektion in der spanischen Kirche von Sant Climent de Taüll lässt alte Wandmalereien und Fresken – und damit Geschichte – wieder zum Leben erwecken: mit einer mehrfach prämierten audio-visuellen Inszenierung.

Die Kirche von Sant Climent de Taüll aus dem 12. Jahrhundert beherbergte Malereien, die als Meisterwerke der Romanik gelten. Die aufwendig restaurierten Fresken befinden sich jedoch nicht mehr in der Kirche, sondern im Nationalmuseum für Katalanische Kunst. Sechs hochauflösende Projektoren machen den ursprünglichen Bildrealismus mit allen Details und leuchtenden Farben für Besucher der Kirche aber wieder erlebbar. Die während der Öffnungszeiten laufende Projektion umfasst eine Fläche von circa 100qm und dauert 10 Minuten.

Besonders gut gefällt mir, dass die Video Mapping Projektion nicht nur einen kulturellen Wert hat, sondern gleichzeitig wahrscheinlich auch Menschen und Besucher anlockt, die sonst vielleicht nicht in eine Kirche als historisches Bauwerk gehen würden! Durchaus eine Art von Eventmarketing.

Mapping Projektion in der Kirche von Sant Climent de Taüll

Making Off

 

Ein ähnlich anschauliches Projekt, das Geschichte erlebbar machen sollte, hat man zum Geburtstag der Kathedrale von Santiago de Compostela umgesetzt.

Foto: Screenshot aus dem Video


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