Magdas: ein Wiener Hotel als Social Business – betrieben von Flüchtlingen aus aller Welt

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Ein Projekt, bei dem einem das Herz aufgeht – nicht nur architektonisch, sondern auch konzeptionell! Das Magdas Hotel in Wien beweist eindrücklich, wie gut Unternehmertum, Kunst und soziales Engagement einhergehen können. Ein Hotel, das Flüchtlingen Arbeit und eine Perspektive, Studenten Raum für Kunst und Reisenden eine inspirierende Bleibe bieten möchte.

In einem ehemaligen Seniorenheim der Wiener Caritas befinden sich heute nach neun Monaten Umbauzeit 78 ganz unterschiedlich gestaltete Hotelzimmer des Magdas. Eingerichtet wurden sie mit Möbeln aus dem Lager der Caritas, vom Trödel, von Privatpersonen und Fundstücken des einstigen Seniorenheims. Manchen der Stücke wurde mithilfe von Upcycling-Ideen neues Leben eingehaucht. Andere dürfen ihrem üblichen Zweck, aber mit dem Charme der alten Zeiten, dienen. Studierende der Akademie der bildenden Künste rundeten die Inneneinrichtung mit individuellen Kunstwerken ab. So entstand ein liebevoll eingerichtetes Raumkonzept, das trotz oder gerade wegen begrenzter Mittel, mit einem ganz eigenen „vintage-modernen“ Charme begeistert.

Ganz besonders begeistert jedoch das inhaltiche und soziale Konzept. „Als Social Business hat Magdas Hotel die Lösung von sozialen Problemen mit unternehmerischen Mitteln zum Ziel. Das Hotel funktioniert wie jedes andere Unternehmen auch. Jedoch geht es nicht um die Maximierung von Profit, sondern um die Maximierung von Offenheit und Menschlichkeit.„, heißt es so schön auf der Website. Flüchtlinge und Auswanderer aus über 14 Nationen arbeiten im Magdas. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich in ihrer neuen Heimat einzufinden, beruflich Fuß zu fassen und manchmal auch von ihren nicht immer leichten Lebensgeschichten zu erzählen.

Im Magdas Salon, der vielleicht multikulturellsten Bar Wiens, finden regelmäßig Veranstaltungen mit Ausstellungen, Lesungen oder Musik statt. Die Bibliothek und der Garten laden zum Entspannen ein. Darüber hinaus verfügt das Hotel auch über einen Seminarraum und zwei Meetingräume!

Initiiert wurde das Projekt von der Caritas, die das Projekt mit einem Kredit von 1,5 Millionen Euro unterstützt. 60.000 Euro wurden zusätzlich über Crowdfunding gesammelt. Das Management hat der 28 Jahre junge Niederländer Sebastiaan de Vos übernommen. Den Umbau plante das Wiener Architekturbüro AllesWirdGut.

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Fotos: AllesWirdGut / Guilherme Silva Da Rosa


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