Abstrakte Themen visualisieren – Beispiel CODE_n auf der Cebit: Big Data imposant & analog inszeniert

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Schwer Fassbares zu verdeutlichen ist eine grundlegende Funktion von gutem Messedesign. Doch im Rahmen dieses Projekts erhält dieser Aspekt eine neue Dimension. Die Messegestaltung der Innovationsplattform CODE_n der GFT Group hat im Rahmen der Cebit 2014 das abstrakte Thema Big Data räumlich, ästhetisch und imposant visualisiert.


tobias-wannieckEin unabhängiger Projekt-Tipp von Tobias Wannieck:

„Das abstrakte, schwer fassbare, große Thema Big Data groß (und analog!) inszeniert.
Gigantisch, ästhetisch, beeindruckend, großartig.“

Tobias Wannieck berät Unternehmen und Agenturen im Bereich Strategie- und Konzeptentwicklung für Räumliche Markenerlebnisse. Seine Arbeiten haben ihm 50 internationale Awards eingebracht. Seit 2006 ist er Mitglied im ADC und Juror beim ADC-Wettbewerb.


11 Meter hoch und 3000 qm groß war die schwarze Leinwand, auf der die Designer Reed Kram und Clemens Weisshaar das ebenso große Thema Big Data inszenierten. Darauf abgebildet waren „Big Data-Visualisierungen“ komplexer Systeme. Das menschliche Wissen, das Gehirn, die Weltmeere oder sämtliche publizierte Bücher waren Grundlage dieser abstrahierten Grafiken. Datenmengen, die bereits heute existieren, sich analysieren lassen und zu neuen Erkenntnissen führen können – unsere Vorstellungskraft aber vollkommen überschreiten.

„In unserer Hypergrafik stellen wir die relative Häufigkeit bestimmter Begriffe dar, die in all jenen Büchern vorkommen, die zwischen 1800 und 2008 veröffentlicht wurden“, erklärt Weisshaar das Konzept. Wann haben wir begonnen über Computer zu sprechen? Seit wann schreiben wir bevorzugt über den Menschen und nicht mehr über die Natur? War John F. Kennedy wirklich der viel diskutierte Präsident, wie wir ihn heute wahrnehmen? „Wir zeigen eine invertierte Form der Trendanalyse, indem wir die Relevanz von Themen in verschiedenen Epochen rückblickend betrachten“, sagt Weisshaar. „So können wir den Lauf unserer Geschichte auf spannende Art hinterfragen.“ (Quelle: CODE_n Pressemeldung)

Faszinierende Dimensionen räumlich und analog umgesetzt. Dimensionen, die meiner Meinung nach aber nicht nur hoffnungsvoll stimmen, sondern auch die Frage aufwerfen, wo die Grenze zwischen dem tatsächlichem Nutzen (für alle Menschen) und einem ggf. zu hohen Preis, den wir mit unserer Privatssphäre und im schlechtesten Fall mit unser Freiheit bezahlen, ist.
 

Entlang der Hallenwand stellten sich 50 ausgewählte Big-Data Start-ups an dezent gestalteten und geradezu winzig erscheinenden Tischen vor – ein (bewusster?) Kontrast zu den großen Daten-Grafiken. In der Hallenmitte führte eine Treppe auf eine knapp 800 qm große Empore, die als Auditorium und Gastronomiefläche diente. Unterhalb der Empore wurden weitere Messestände positioniert.

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Fotos: CODE_n, Cebit 2014, Fotograf David Levene


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*unabhängig heißt, dass Du und Deine Agentur nichts mit diesem Projekt zu tun hast.


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