Praxisbeispiel für ein Online-Event: die Krimi- und Thriller Woche

Neben einem Live-Event gibt es mittlerweile mithilfe von Social Media Plattformen und Online-Tools auch die Möglichkeit eine Art Online-Event zu veranstalten. Was sich jeweils dahinter verbirgt, kann sehr unterschiedlich aussehen. Zentral ist in jedem Fall, dass Menschen zeitlich begrenzt sowie zeitgleich etwas erleben und auch eine Echtzeit-Interaktion möglich ist. Entgegen vieler Annahmen ist das aber nicht weniger aufwändig oder anspruchsvoll! Ein gutes Beispiel, das den notwendigen Aufwand als auch ein mögliches Konzept gut verdeutlicht, ist die „Krimi- und Thriller Woche“.

Und bevor die Kritik aufkommt, natürlich kann und wird ein Onlineformat kein Live-Event und seine Vorteile ersetzen! Es kann aber durchaus eine effektive, andere Möglichkeit sein, Menschen zu erreichen.

Praxisbeispiel für ein Online-Event: Krimi- und Thriller Woche

2016 hat ein Team aus Autoren, Radio Redakteuren und Moderatoren sowie Agenturmitarbeitern die Idee der Krimi- und Thriller Woche angestoßen. Das Online-Festival für Krimi- und Thriller-Fans lief sieben Tage lang und band bekannte sowie neue Krimi- und Thriller-Autoren ebenso wie Blogger, Verlage und auch die Zuschauer ein. „7 Tage Live-Lesungen, Challenges, Gewinnspiele und Überraschungen“, heißt es auf der Website des Virenschleudpreises, bei dem das Event eingereicht wurde.

Das Festival an sich fand bei Facebook statt. Wer teilnehmen wollte, musste sich jedoch ein kostenloses Ticket sichern. So sollte eine gewisse Exklusivität erzeugt werden und bot den Veranstaltern zudem eine bessere Evaluierung.

Die Idee dahinter war, Lesern aus ganz Deutschland oder sogar aus dem Ausland den Zugang zu ermöglichen und das Event nicht alleine auf Menschen zu begrenzen, die zu einem bestimmten Zeitraum an einem Ort sein können. Andere Krimifestivals sind laut Veranstalter zumeist regional ausgerichtet und erreichen darüber hinaus selten viele Menschen.

Inhaltlich war ihnen zudem wichtig, dass nicht nur bekannte Autoren und Verlage, sondern auch Debütautoren, Selfpublisher und kleine Verlage eine Chance bekommen, sich zu präsentieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Festival war der integrative Charakter. Es sollte kein Event „von oben herab“ werden, sondern möglichst viele verschiedene Parteien aktiv einbeziehen. Darunter relevante Influencer wie Buchblogger, Booktuber, Autoren und Verlage. „Alle Programmpunkte wurden gemeinsam mit den beteiligten Verlagen und Autoren abgestimmt, diskutiert und Wünsche und Ideen der Autoren integriert. Frühzeitig wurden auch die Blogger eingebunden: Über 50 Krimiblogger haben gemeinsam mit den Autoren Beiträge erarbeitet, die sie während der Krimiwoche vorgestellt haben.“ Das führte nicht nur zu einem belebten Konzept, sondern auch für viele Unterstützter beim Marketing vorab und der Nachberichterstattung. Ein sonst zumeist schwieriger Part bei einem Event: die Erzeugung und Förderung einer gewissen „viralen Verbreitung“.

Für die Teilnehmer sollte wiederum ein engerer Kontakt zu den Autoren ermöglicht werden. In integrierten Live-Chats hatten sie die Möglichkeit sich miteinander und auch mit den Autoren auszutauschen. Alle teilnehmenden Autoren waren laut Veranstalter täglich ‚vor Ort‘ und tauschten sich mit den Lesern aus. Bei regulären Events sei das zumeist aufgrund von eng getakteten Programmpunkten und frontalen Konzepten nicht möglich. Zudem konnten die Zuschauer während der moderierten Live-Lesungen ihr Feedback beitragen und die Fragen der Moderatoren ergänzen.

Ein Online-Event bedeutet aber auch hier nicht einfach nur Lesungen in Echtzeit auszustrahlen und alle im Chat sich selbst zu überlassen, ein häufiger Fehler bei Onlineformaten. Auch bei Onlineformaten braucht es eine durchdachte Struktur, Dramaturgie und eine professionelle Organisation! Die Krimi- und Thriller Woche wurde über 7 Tage hinweg von 9 – 24 Uhr von professionellen Moderatoren betreut, heißt es. Blogger begleiteten die Krimiwoche mit Beiträgen über ihre Eindrücke und Erlebnisse. Gewinnspiele, bewusst platzierte, exklusive Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten, gut strukturierte Abläufe und Moderationen, eine gezielte, gut vorbereitete Berichterstattung und eine Art Zugangsbegrenzung durch die notwendigen Tickets verdeutlichen den Aufwand eines solchen Online-Events – werden aber gleichzeitig zentrale Faktoren des Erfolgs gewesen sein.

2017 soll das Format erneut im August stattfinden. Ergänzend startet im Mai 2017 erstmalig ein Romance-Pendant des Online-Buchfestivals.

 
Auch wenn es hier sicherlich noch ausreichend Luft nach oben gibt, um dieses Format professioneller zu gestalten, unter anderem was Bild- und Tonqualität, Gestaltung oder Organisation anbelangt, das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass ein Event zunächst inhaltlich überzeugt! Und hierfür ist die Krimi- und Thriller Woche ein meiner Meinung nach gutes Praxisbeispiel für ein inhaltlich durchdachtes Online-Event. Den Rest kann man mit der Zeit ausbauen.

Foto: Krimiwoche-Banner 2016


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