Vermarktung von Events: Klassischer Marketing-Mix dominiert – viele Chancen bleiben ungenutzt!

Social Media, Content-Marketing, gezieltes Empfehlungsmarketing – Die Auswahl möglicher Marketing-Maßnahmen für Veranstaltungen ist größer denn je. Doch nutzen Veranstalter diese Möglichkeiten wirklich aus? Glaubt man einer Umfrage von Xing Events, bleiben viele Chancen ungenutzt.

In einer Umfrage wurden 1.630 nationale und internationale Veranstalter unter anderem nach ihren Marketing-Maßnahmen und Zielen befragt. Die Ergebnisse wurden in der „Event-Vermarktungs-Studie 2017“ zusammengefasst. Ich habe sie mir angeschaut, ein paar interessante Ausschnitte ausgewählt und kommentiert. Die ganze Umfrage kannst Du Dir hier kostenfrei herunterladen.

Häufigste Marketing-Maßnahmen von Veranstaltern

Laut dieser Umfrage bilden die eigene Website (89%), E-Mail-Marketing (76%) und Social-Media-Marketing (73%) mit deutlichem Abstand die zentrale Basis im Marketing-Mix. Klassische Printwerbung (47%) und PR (40%) finden sich im Mittelfeld. Bis dahin, nicht überraschend. Relativ abgeschlagen sind dagegen Maßnahmen wie SEO (28%), das heute nun wirklich zum Standard jeder Website gehören sollte! Auch Multiplikatoren-Marketing (23%), ein eigener Blog (22%) oder Bannerwerbung (21%) werden eher selten genutzt.

Abgesehen von Social Media, das sich anscheinend als Standard etabliert hat – der klassische Marketing-Mix eines Events hat sich in den letzten Jahren nicht sonderlich verändert. Sehr zielgerichtete Maßnahmen wie SEO oder ein eigener Blog – die gut umgesetzt, sehr wirkungsvoll sein können – gehören nach wie vor zur Ausnahme.

Auch die Antworten auf die Frage „Welche Marketing-Maßnahmen Veranstalter künftig stärker nutzen möchten“ lässt in naher Zukunft auf keine großen Veränderungen schließen. Auch hier werden Social-Media-Marketing, die eigene Website und E-Mail-Marketing in etwas anderer Reihenfolge zuerst genannt.

Erst danach ist zumindest bei einem drittel (und weniger) der Teilnehmer erkenntlich, dass sie ihre Prioritäten ggf. etwas ändern möchten. Dabei rutschen klassische Maßnahmen wie PR und am aller deutlichsten Printwerbung nach unten. Influencer Marketing, SEO und ein eigener Blog rücken dagegen ein wenig höher.

Marketing-Ziele von Veranstaltern

Die zentrale Frage bei der Entscheidung für die individuellen Marketing-Maßnahmen ist und bleibt: Welche Ziele werden verfolgt? Hierauf geben die Umfrageteilnehmer mit 84% „Mehr Teilnehmer gewinnen“, mit 72% „Bekanntheit der Veranstaltung steigern“ und mit 60% „Kundenbindung stärken“ an. Nachvollziehbare Ziele, die jedoch recht stark aus Veranstaltersicht gedacht sind. Ziele wie „Informationskanal für Teilnehmer“ oder „Image steigern“, die als weniger wichtig eingeschätzt werden, würden vielleicht zu mehr inhaltlichen Maßnahmen führen, die am Ende alle genannten Ziele deutlich effektiver erreichen würden.

Die Umfrage fragt daürber hinaus, welche Ziele nach Meinung der Veranstalter durch digitale Maßnahmen verbessert werden konnten. 70% sagen, dass sie ihre Bekanntheit steigern konnten. 65% antworten, dass sie mehr Teilnehmer gewonnen haben. Aber nur noch 34% sehen eine Verbesserung der Kundenbindung. Bei diesem sehr wichtigen Punkt scheint also noch Verbesserungsbedarf der Maßnahmen oder ihrer Umsetzung zu bestehen. Das verdeutlicht übrigens auch sehr gut, dass alleine die Nutzung von Social Media (für 73% gehört das ja fest dazu) nicht sofort für mehr Kundenkontakt oder -bindung sorgt.

Interessant wäre hierbei noch vorab zu fragen, ob die Maßnahmen und Erfolge überhaupt gemessen oder irgendwie festgehalten werden – ich denke nämlich, dass das kaum jemand wirklich macht.

Wie informieren sich potentielle Teilnehmer?

Als Gegenpol hat Xing Events auch 2.621 nationale und internationale Teilnehmer befragt, wie sie denn auf Events aufmerksam werden. Die große Mehrheit gibt mit 66% an, sich an Empfehlungen von Bekannten und Freunden zu orientieren.

Empfehlungen sollten für Veranstalter ein wichtiger Punkt sein – sind sie aber nicht wirklich. Wenn wir nochmal in die Marketing-Maßnahmen schauen: Nur 23% geben an, Multiplikatoren-Marketing zu betreiben. Empfehlungsmarketing, das sich nicht nur auf in der Öffentlichkeit stehende Menschen fokussiert, wird dagegen – auch in der Umfrage – gar nicht erwähnt.

Fazit

Das Marketing der meisten Veranstalter besteht aus der Basis: eigene Website, E-Mails und Social Media. Bis auf Social Media bleibt der verbreitetste Marketing-Mix sehr klassisch. Spezielle und zielgerichtete Maßnahmen (u.a. SEO, eigener Blog), die heute eigentlich die größten Vorteile bieten, werden dagegen selten genutzt.

Besonders vernachlässigt werden persönliche Kontaktpunkte. Bei der Kundenbindung, die von Veranstaltern durchaus als wichtig empfunden wird, sehen aber nur wenige Verbesserungen durch ihre Maßnahmen. Auch das Multiplikatoren- und Empfehlungs-Marketing, was von Teilnehmern als wichtigste Informationsquelle genannt wird, spielt bei den häufigsten Marketing-Maßnahmen eine untergeordnete Rolle.

Was mir generell in dieser Umfrage fehlt< , ist die Betrachtung der inhaltlichen Maßnahmen bzw. der Umsetzung./strong> Denn nicht eine Social Media Präsenz an sich entscheidet darüber, ob sie als Marketing-Maßnahme funktioniert, sondern vielmehr die jeweilige Umsetzung! Fragestellungen wie „Worauf achten Sie bei der (inhaltlichen) Umsetzung von Marketing-Maßnahmen?“ oder „Was planen Sie in Zukunft bei der Kommunikation inhaltlich zu ändern?“ wären sinnvoller und hilfreicher gewesen, als alleine nach Werbearten oder Kanälen zu fragen.

Wichtige Themen wie Content-Marketing, Empfehlungsmarketing, Communiytbuilding oder eine stärkere Teilnehmereinbindung werden ebenfalls gar nicht angesprochen.

Interessant fände ich zudem parallel nach konzeptionellen Ansätzen der Veranstalter zu fragen. Inwiefern z.B. Teilnehmer eingebunden werden, auf ihre Wünsche reagiert und das Konzept angepasst wird. Auch so etwas ist heutzutage eine Art von Marketing, das zudem vermutlich deutlich wirksamer als als jede andere Maßnahme ist.


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