Frei Otto Ausstellung: “Denken in Modellen” – von FAR frohn&rohas

Foto: James Morris | FAR frohn&rohas

Frei Otto gehörte zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Als einer der wichtigsten Vertreter der “organischen Architektur” entwarf er Leichtbau-Projekte mit Seilnetzen oder Gitterschalen, wie unter anderem im Olympiapark in München. 2011 überlies er sein komplettes Werkarchiv dem Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) in Karlsruhe. Zusammen mit dem Architekturbüro FAR frohn&rohas machten sie 2016/2017 einen Teil davon in einer bemerkenswert offenen und raumgreifenden Ausstellung zugänglich.

Ausstellungs-Inhalte

Die Ausstellung war in vier zentrale Themenschwerpunkte aufgeteilt, die zwei Atrien des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) belegten.
“Frei Ottos Modelllandschaft”: Hier waren Modelle nach Projektgröße auf einem 50 Meter langen Tisch organisiert. Auf diese Weise sollte der forschende Charakter und die ästhetische Kontinuität in Frei Ottos Denken deutlich gemacht werden.
“Frei Ottos Kosmos”: Verteilt auf 18 Tische sind Fotos von Naturstudien, Spinnenweben, Sandstrukturen und Seifenblasen zu sehen, die Otto in seinem Atelier in Warmbronn als Inspiration dienten. Sie gaben Einblicke in den poetischen und wissenschaftlichen Kosmos von Ottos Imagination.
“Frei Ottos Projektion”: Die Bild- und die medientechnische Dimension spielten eine wichtige Rolle in der interdisziplinären Herangehensweise von Frei Otto. Eine Projektion auf einer Länge von über 30 Metern bezog sich auf diesen Aspekt.
“Frei Ottos offenes Archiv”: Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung war das “offene Archiv”. Es bestand aus 18 übergroßen Archivregalen, die beide Höfe umgaben. Ausgewählte Originalpläne, Fotos, Bücher und Reproduktionen führten den Besucher durch die wichtigsten Ereignisse im Leben von Frei Otto.

Ausstellungsgestaltung

Neben dem raumgreifenden Design stellte die Gestaltung enge inhaltliche und materielle Bezüge zum Architekten und seiner Arbeitsweise her.

Der Modelltisch und die Hängelampen, die als Lichtquelle dienten und gleichzeitig Atmosphäre schufen, stellten eine visuelle Beziehung zu Ottos Arbeiten her. Die abgehängten linearen Leuchtstofflampen über dem Tisch der Modelllandschaft lösten Assoziationen zu verschiedenen Designmodellen Ottos aus, während die Hängeleuchten das Prinzip und das Erscheinungsbild seiner Kettenmodelle aufgriff.

Die bauliche Gestaltung griff Otto’s Suche nach einer Architektur reduzierter Materialressourcen auf. Der 50 Meter lange Tisch wurde größtenteils aus Holzrahmen für Ausstellungswände gebaut, die in früheren Ausstellungen verwendet wurden. Anstatt sie wie geplant wegzuwerfen, wurden sie als “Tischplatte” neu konzipiert. Wie der Tisch sollten die Hängeleuchten im anderen Atrium mit minimalem Materialeinsatz ein Maximum an räumlicher Präsenz erreichen. Die Überlänge der Stromkabel erzeugte eine starke vertikale Präsenz, die den gesamten Raum ausnutzte.
Für das “offene Archiv” wurden Standard-Archivregale erworben, die auf die Bedürfnisse einer Vielzahl unterschiedlicher Medien abgestimmt waren. Nach dem Abbau der Ausstellung wurden sie im saai-Archiv wiederverwendet.

Foto: James Morris | FAR frohn&rohas
Foto: James Morris | FAR frohn&rohas
Foto: James Morris | FAR frohn&rohas
Foto: James Morris | FAR frohn&rohas
Foto: James Morris | FAR frohn&rohas
Foto: James Morris | FAR frohn&rohas

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