Raumdesign: Ein Hörsaal als akustische Intervention

Es hat mich schon immer gewundert, dass die meisten Seminarräume, Vortrags- und Hörsäle rein funktionell bis geradezu hässlich sind. Dabei wissen wir heute nur zu gut, welche Bedeutung das Umfeld für unser Lernvermögen hat. Ganz besonders in so belebten Umgebungen wie einer Millionenstadt, in der die Menschen zunächst zur Ruhe kommen sollten, bevor sie mit neuen Inhalten konfrontiert werden. Mit diesem Ansatz hat das Architekturbüro MVRDV den Hörsaal der Jut Gruppe neu gestaltet und eine grüne Traumlandschaft als urbane Intervention geschaffen.

Der Hörsaal wurde dank eines einzigen textilen Kunstwerks in einen einladenden, grünen und durchgehenden Raum verwandelt. Die argentinische Künstlerin Alexandra Kehayogloudas schuf in über einem Jahr einen handgefertigten Teppich, der den kompletten Boden sowie die Wände des Raums bedeckt. Der Teppich besteht aus ausrangierten Fäden und schafft eine einzigartige, naturähnliche Atmosphäre. “Zusammen mit dem Kunstwerk repräsentiert der Raum die natürliche Landschaft Taiwans und fungiert zugleich als akustische Intervention”, beschreibt Winy Maas, Mitbegründer von MVRDV und Leiter der The Why Factory, das Raumkonzept. “Inmitten der hyper-urbanen Bedingungen von Taipei ist das Publikum von einer grünen Traumlandschaft umgeben.”

Ein in der Form sehr besonderes Raumdesign, das nicht überall passt und nicht für jeden erschwinglich ist – allerdings verfolgt es endlich mal einen anderen Ansatz als bunte Sitzsäcke und lässige Tische aus Bierkästen…

Fotos: Jut Grupe


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