Raumdesign: roh, roher, Voice of Coffee

Perfekte Hochglanz-Raumdesigns befinden sich schon länger auf einem absteigenden Ast. Authentisch, echt und roh soll es aktuell sein. Oder es soll zumindest so aussehen. Doch eine so konsequent rohe Gestaltung, wie es das japanische Designbüro Yusuke Seki für einen Shop in Kobe umgesetzt hat, habe ich auch noch nicht gesehen.

Für den Spezialtätenladen „Voice of Coffee“ verband das Designteam eine avantgardistische Raumgestaltung mit japanischen Traditionen und der örtlichen, geradezu brutal echten Historie.

Einerseits wurden kleine, gezielte Umbauten vorgenommen, wie beispielsweise das Zurücksetzen der Fassade, um einen traditionellen, überdachten Sitzbereich vor dem Geschäft zu schaffen. Besondere Details, wie die aus Glas gefertigten Griffe der Tür, und eine für örtliche Verhältnisse unkonventionelle Verbauung von Glasbausteinen, sollen Passanten und Kunden zum genauen Hinschauen animieren.

Andererseits wurden viele Elemente konsequent so belassen, wie sie bei der Demontage vorgefunden wurden: die Holzrahmen, die die vorherige Deckenverkleidung hielten. Rohe Wände, wie sie nach dem Abriss der Wandverkleidung übrig blieben. So sollen Historie der Ortes und Handgriffe der vorherigen Handwerker sichtbar bleiben und einen einzigartiges Flair schaffen.

Ein hinzugefügtes, aber diesem Ansatz folgendes Element ist eine Fläche aus Blattsilber an einer Wand. Mit der Zeit wird das Silber oxidieren und seine Farbe sich in ein warmes Gold wandeln.

Fotos: Takumi Ota


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