Theater & Technologien: „Ghosts, Toast und Things Unsaid“ lässt Gedanken hörbar werden

Wie können Thaterstücke und Aufführungen mit neuen Technologien kombiniert und erweitert werden? Mit dieser Frage hat die Theatergruppe Sandpit zusammen mit Googles Creative Lab ein Theaterstück entwickelt, bei dem ZuschauerInnen die Gedanken der Schauspieler hören konnten.

Im Rahmen des Fringe Festival 2016 in Adelaide wurde das Theaterprojekt „Ghosts, Toast und Things Unsaid“ uraufgeführt. Das Stück nutzte eine mobile Audiotechnologie, mit der das Publikum die Gedanken der Schauspieler hören konnte, während es sich frei in einem 360-Grad-Set drehte und bewegte.

Inhaltlich zeigte die Perfomance eine intime Erfahrung, bei der zwei ZuschauerInnen, verkleidet als Geister, sich mitten im Geschehen befanden. Sie besuchten die Küche der Protagonisten, in der sie sich einst verliebten und gemeinsam alt geworden waren. Das Stück wollte dazu anregen, über Geheimnisse nachzudenken -- und was unausgesprochene Worte bewirken können.

So entstand eine Mischung aus Live-Aktionen (auf der Bühne gesprochen) und inneren Monologen (über kleine Lautsprecher in den Geister-Kostümen hörbar). Die Technologie diente dabei bewusst als rein inszenatorisches Hilfsmittel und sollte möglichst unsichtbar bleiben.

Die Verkleidung als Geist übernahm nicht nur die Funktion, die Technologie unterzubringen und zu verstecken. Sie gab den ZuschauerInnen auch das Gefühl, nicht direkt zu sehen zu sein, und wie Verstorbene auf das Leben zu blicken.

Video & Making-of: Theaterprojekt „Ghosts, Toast und Things Unsaid“

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Virtual Reality Version als Ergänzung

Für das Australian Centre for the Moving Image (ACMI) entwickelte das Team eine ergänzende Virtual Reality Version. Ein 360˚-Video wurde mit einer App und Raum-Installation kombiniert. Als Geister verkleidet konnten die BesucherInnen über versteckte Virtual-Reality-Brillen und Kopfhörer in das Leben der Charaktere Steve oder Maude zurückversetzt werden.


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