Eine Wasserorgel aus Hochdruckreinigern wird zum gesellschaftlichen Ereignis – von Niklas Roy

Die „Wasserorgel von Winnenden“ ist eine sympathische, kleine Installation, die mal nicht in einer Großstadt stattfand -- und vermutlich deswegen eine so herrliche gesellschaftliche Eigendynamik entwickelte. Sie wurde im Rahmen des Produktionskunst-Festivals Drehmoment 2018 im kleinen Winnenden realisiert und entstand bei der Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Installationskünstler Niklas Roy und Kärcher.

Herzstück der Aktion war eine öffentliche DIY-Musikorgel. Sie bestand aus acht Hochdruckreinigern und konnte über ein Keyboard gesteuert werden. Wenn Passanten Melodien auf der Tastatur spielten, reagierte die Wasserorgel mit einer Wasser- und Lichtshow. In den Phasen, in denen die Wasserorgel nicht bedient wurde, wiederholte sie gespeicherte Fragmente zuvor gespielter Melodien.

Herrlich ist vor allem die gesellschaftliche Eigendynamik, die das Projekt in der Stadt auslöste. Im Oktober 2018 wurde die Wasserorgel durch ein Konzert von „Rainer Wind und dem Winnender Wasserorgel Orchester“ eröffnet -- eine Musikgruppe der angrenzenden Grundschule, die von ihrem Musiklehrer angeleitet wurde. Die dazugehörige Kommunikation über eine großformatige Out-of-Home Plakatkampagne 😉 wurde von Kindern der lokalen Kunstschule verantwortet.

Ansässige Behörden und Unternehmen, nicht nur Kärcher, unterstüzten das Team bei Problemen. Kinder und Bewohner besuchten das Projektteam regelmäßig während des Aufbaus, halfen, gaben Tipps und machten so ein kleines gesellschaftliches Ereignis daraus. Ein Imbiss entwickelte sogar ein spezielles Speisen-Angebot: die „Wasserorgel-Pommes“ -- eine Portion der besten Pommes von Winnenden sowie eine Postkarte mit der Wasserorgel darauf. Das ist es doch, was ein großartiges Erlebnis letztlich ausmacht -- und nicht die perfekt inszenierte Installation.

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Die „Wasserorgel von Winnenden“ -- von Niklas Roy

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