Event-Inszenierung: sieben elementare Faktoren und Herangehensweisen

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Wie gelingt es Events als Momente zu inszenieren, in denen Botschaften nachhaltig kommuniziert werden? Ein zentrales Ziel von Marketing-Events und eine Frage, die Chris Cuhls als freier Eventregisseur, Konzeptioner und Show-Producer mit seinem Vortrag auf der diesjährigen Best of Events beantworten wollte. Die seiner Meinung nach elementaren Aspekte guter und zielführender Event-Inszenierung hat er in sieben Geboten auf den Punkt gebracht.

Ein schöner, durchdachter und gleichfalls inszenierter Vortrag mit interessanten Video-Interviews und vielen praktischen Hinweisen und Tipps. Falls Du selbst nicht beim Vortrag sein konntest, es gibt ein Video mit der gekürzten Version (siehe unten). Ergänzend eine Auswahl seiner Tipps in schriftlicher Kurzfassung.

„7 Gebote der Event-Inszenierung“

1. Du musst wissen, was der Kunde will (auch wenn er es nicht weiß)

Hierbei geht es um zentrale Aspekte wie Ziele eines Events und die Kern-Botschaften. Dabei muss man nicht nur klären, was und wie man etwas macht, sondern auch warum.

Finde heraus, was der Kunde wirklich will.
Habe eine Big Idea. (George Lois)
Setze die Botschaft/Marke wirkungsvoll in Szene(n).

2. Geht nicht, gibt’s nicht! (auch wenn es dir keiner bezahlt)

Wie kann man als Eventmanager das scheinbar Unmögliche möglich machen? „Bevor wir rummeckern, sollten wir unsere Hausaufgaben machen,“ sagt Chris und meint, dass man seine Rahmenbedingungen kennen und kreative Lösungen für die Schwachstellen finden sollte.

Kenne Deine Rahmenbedingungen.
Nutze Inszenierung – gerade bei Schwächen.
Everything is a remix.

3. Baue eine Struktur (auch wenn’s keiner merkt)

Ein Event braucht einen Ablauf, einen roten Faden und eine Dramaturgie, die durch Kontraste Spannung erzeugt und die konsistent eine Geschichte erzählen.

Gestalte alles einfach, aber wirksam.
Lerne vom Theater: Dramaturgie erzeugt Spannung.
Magic moments: Detail + Timing + Perfektion.

4. Brich die Struktur (dann merken sie’s)

Nach der zuvor sachlichen Betrachtung der Struktur, kann und sollte man mit bewussten Brüchen, Assoziationen und einem gezielten Timing Emotionen wecken.

Irritation schafft Aufmerksamkeit. Tue Unerwartetes.
Nutze Kniffe & Tricks: Humor, Perspektivenwechsel, WOW-Effekte.
Die drei T’s: Transition, Timing, Tell your story.

5. Denk dran, es ist nie vorbei! (auch schon bevor es angefangen hat)

Was kann Inszenierung leisten – was nicht? Ein Event beginnt nicht erst mit dem Einlass der Gäste, sondern viel früher. Denn es geht darum einen spürbaren Nutzen zu schaffen, Bedürfnisse anzusprechen, die bereits vorher da waren und die über das Event hinaus wirken. Das Event wird idealerweise in ein Vorher und Nachher eingebettet.

Schaffe messbaren Nutzen.
Begegne dem Bedürfnis nach echtem Austausch.

6. Was du unbedingt vermeiden solltest (auch wenn es der Kunde verlangt)

„Jeder zahlt Lehrgeld im Leben – es gibt aber ein paar Do’s & Dont’s, die man befolgen sollte“, so Chris. Zum Beispiel sind typische und häufige Fehler Events auf eine bestimmte Art und Weise umzusetzen, weil man es immer so gemacht hat. Der Kommunikation und Zusammenarbeit im Team aber auch Grundbedürfnissen von Gästen muss Rechnung getragen werden (Essen, Wärme, Orientierung, Pausen).

Lerne aus eigenen und fremden Fehlern. Mache Dir das Fachwissen des Teams zu Nutze.
Nimm Routine nicht zum Anlass, nichts mehr zu verändern.
Denk immer an das Wohlbefinden der Gäste.

7. Was hab ich eigentlich davon? (auch wenn ich das schon ahne)

Ein Aspekt, der für unsere Branche ganz wichtig ist: die eigene Haltung und die Freude an neuen Erfahrungen, um voran zu kommen, professioneller zu werden, sich weiterzuentwicklen, Referenzen zu schaffen und letztlich auch stolz auf sich und die eigene Branche zu sein.

Schaffe Nutzen.
Bleibe neugierig.
Stelle die richtigen Fragen.
Pay your dues! Arbeite hart, lerne, frage nach und wachse über Dich hinaus.
„Be so good, they can’t ignore you“.


Chris Cuhls ist freier Eventregisseur, Konzeptioner und Show-Producer. Er war unter anderem Aufnahmeleiter bei TV Shows wie „Wetten, dass…“ und hat eine Vielzahl von Corporate Events namhafter Unternehmen betreut. In seinem Blog schreibt er über Themen wie Eventregie, Inszenierung und Konzeption.

Foto: eveosblog


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