Ein firmeneigenes Festival als Mitarbeiter-Event: ehrlich, authentisch, einzigartig

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Mitarbeiter-Events und Teambuildings sind so eine Sache: Sinn und Unsinn liegen nah beieinander. Ziele und Wünsche von Firmenseite sind häufig, dass ihre Mitarbeiter zusammenwachsen und sich mit dem Unternehmen identifizieren sollen. Nicht selten kommen dabei Events heraus, bei denen Mitarbeiter gemeinsam Herausforderungen und Aufgaben meistern müssen, welcher Art auch immer. Unternehmen verfolgen damit wahrscheinlich durchaus gute Absichten. Da die Aufgaben aber am Ende doch im Sinne der Geschäftsleitung künstlich konstruiert werden und mit dem Unternehmen zumeist wenig bis gar nichts zu tun haben, werden diese Veranstaltungen auch schnell gezwungen, krampfig und nur schwer in den Arbeitsalltag übertragbar. Auch wenn Mitarbeiter vor Ort einbezogen werden und mitmachen sollen – wie das Mitarbeiter-Event an sich aussieht, darauf haben sie zumeist keinen Einfluss. Eine authentische Einbindung seiner Mitarbeiter sieht heute doch anders aus. Die typische alternative dazu sind reine Partys, Feste oder Incentive-Reisen, deren nachhaltige Wirkung man noch viel mehr hinterfragen darf. Ein Mitarbeiter-Event der ganz anderen Art hat dagegen Joke Event für die Fusion von Aegis Media und Dentsu realisiert: ein eigenes Festival im Duisburger Landschaftspark – von und für alle 750 Mitarbeiter aus ganz Deutschland.

Ziel der Mitarbeiter-Veranstaltung war es ein Eventformat zu entwickeln, „das die Auswirkungen des Change-Prozesses positiv vermittelt und den Netzwerkgedanken fördert. Kein klassisches Teambuilding-Event, aber auch keine austauschbare Party mit Motto aus der Schublade.“ Daneben sollte die Nutzung des neuen internen Social-Networks „Neon“ angeregt werden.

mitarbeiter-festival-joke-event-dentsu-appHeraus kam ein firmeneigenes, einzigartiges und beabsichtigt skurriles Festival mit mehreren Bühnen und verrückten Aktionen unter starker Einbindung der Mitarbeiter. Teilnehmer wurden im Vorfeld über das interne Social Network Neon informiert und eingebunden, auf den Bühnen traten Bands aus den eigenen Reihen auf, das Rahmenprogramm bestand ebenfalls aus hausgemachten Fassadenprojektionen und die Dokumentation übernahmen die Teilnehmer selbst über die Festival-App (dort konnten Bilder und Eindrücke gepostet werden).

Zum Programm gehörten zwei Open-Air Bühnen und eine Indoor-Bühne. Der musikalische Mix war bewusst fernab des Mainstreams gewählt, sollte aber für jeden Musikgeschmack etwas bieten: „Von Elektro Swing über Beatbox, Hip-Hop, Glam-, Indie- und Hardrock bis zu Helium-Karaoke für den Hörsturz nach Mitternacht.“ Unter den Live-Bands befanden sich, wie erwähnt, drei aus dem eigenen Firmen-Netzwerk.

Skurril und verrückt ging es auch mit Angeboten wie einer Schwarzlichtgrotte, einem Bällebecken und einer Schaumparty-Hüpfburg weiter. Dinge, die man seit seiner Kindheit immer noch mal machen wollte, aber in einem anderen Rahmen wohl eher negativ aufgefallen wäre. „Im Zentrum des Geschehens [stand] ein goldener Adonis auf einer Drehbühne. Nicht ohne Sinn, denn der Spot des goldenen Adonis wurde im Laufe des Abends zur Bühne für die Shootings des Kostüm-Contests. Die Bilder wurden in der App und per Fassadenprojektion präsentiert und die Gewinner per Sms-Vote ermittelt.“

Der Münchener Graffiti-Künstler „Loomit“ visualisierte die Agenturwerte in einem großen, mehrteiligen Bild, dessen Einzelteile nach der Veranstaltung in den verschiedenen Standorten hängen sollen.

Ein eigener Foodcourt bot Stationen von Vegan bis zu Poffertjes. Getränke kamen von Sponsoren und Kunden.

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Zu einem Festival gehört natürlich auch die Übernachtung in Zelten. Jeder Teilnehmer erhielt ein Einzelzimmer-Wurfzelt mit dem man auf der eigenen Campingwiese übernachten konnte. Bei den Sanitäranlagen wurde aber dann doch auf ein Upgrade geachtet. Die wichtigsten Orte wurden zudem überdacht und ein paar Hotelbetten wurden ebenfalls eingeplant.

Sinnvoll im Hinblick auf eine nachhaltige Wirkung und ein Alleinstellungsmerkmal ist auch, dass das Festival in Zukunft jährlich stattfinden soll: denn welche Firma kann schon behaupten, dass sie ein eigenes Festival hat?

Mein Fazit

Mir persönlich gefällt an diesem wirklich einzigartigen Mitarbeiter-Event, dass es einerseits Mitarbeiter tatsächlich einbindet, in das Event und die Gestaltung. Andererseits finde ich das Konzept und die Absichten dahinter deutlich ehrlicher und authentischer. Es versucht nicht mittels konstruierter, künstlicher Herausforderungen ein weit hergeholtes Tschaka-Erlebnis zu schaffen. Es ist einfach ein herrlich beklopptes Festival und Erlebnis. Punkt. Die gesteckten Ziele werden über die Einbindung der Mitarbeiter in das Event und das Alleinstellungsmerkmal eines firmeneigenen Festivals erreicht. In der Form passt es sicherlich nur zu einer bestimmten Zielgruppe. Aber das ist für meine Begriffe deutlich ehrlicher, weniger gezwungen und ebenso sinnvoll!

Fotos: Joke Event


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