Innovation: wie man kreative Prozesse einführt und fördert

Interview in Zusammenarbeit mit dem Studieninstitut für Kommunikation

innovation-in-unternehmen-einfuehren-foerdernWorte wie innovativ und kreativ benutzen wir alle gerne und sehr häufig. Doch was macht echte Innovation aus? Im ersten Teil unseres Gesprächs mit Frau Agnes Schipanski, Professorin für Medienwirtschaft an der hdpk in Berlin, wurde deutlich, wann eine Idee wirklich zur Innovation wird, welche Prozesse helfen und warum Innovation nicht alleine aus kreativen Mitarbeitern besteht. Im zweiten Teil des Interviews gehen wir nun darauf ein, wie die Implementierung in einem Unternehmen aussehen kann und mit welchen Probleme man dabei rechnen muss.

Interview mit Agnes Schipanski über Implementierung und Hürden von Innovation: Teil 2

Gehört Innovation in eine bestimmte Abteilung, die neue Themen vorantreibt, oder muss es die gesamte Firma und alle Mitarbeiter einbinden?

Agnes Schipanski: Es ist beides notwendig. Eine Abteilung, die Themen vorantreibt und bündelt als auch Mitarbeiter/innen, die durch eine Innovationskultur zu Ideen und kreativen Lösungsansätzen angehalten werden. Dabei soll die Innovationskultur den Mitarbeitern/innen kreatives Arbeiten ermöglichen.

Innovation sagt sich immer leicht, die praktische Umsetzung ist es aber zumeist nicht. Mit welchen Hürden und Problemen muss man rechnen und wie kann man sie lösen?

Agnes Schipanski: Ein Hauptproblem könnte die Zusammenarbeit der verschiedenen Innovatorengruppen (Kerninnovatoren/externe Innovatoren/Mitarbeiter) darstellen.
Dafür bietet sich eine webbasierte Lösung an, auf welche ort- und zeitunabhängig zugegriffen werden kann. Die Beteiligung wird durch verschiedene Anwendungssysteme aus dem Bereich Social Software realisiert – am bekanntesten sind hierbei Weblogs, Wikis sowie Dienste zum Social Networking und zum Social Bookmarking. Es gibt bereits zahlreiche webbasierte Plattformen, die die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Innovatoren unterstützen. Die Plattformen konzentrieren sich u.a. auf die Erleichterung des Ergebnisaustausches zwischen externen und internen Innovatoren (z.B. Innocentive) oder unterstützen den kreativen Prozess.

Ein weiteres Problem könnte sein, dass die Unternehmen sich erst die notwendigen Kompetenzen zum innovieren und zur Umsetzung von „Open Innovation“ erarbeiten müssen. Dazu ist nach Habicht (2011) neben einer Innovationskultur die zu neuen Ideen und deren Umsetzung anregt eine Öffnungskompetenz (Weitergabe von Informationen an andere Innovationspartner), Integrationskompetenz (intern und extern „gesammelte“ Ideen sind in Lösungen und Unternehmensprozesse zu integrieren) sowie Technologiekompetenz (Informations- und Kommunikationstechnologien die den Wissensaustausch unterstützen) von Seiten der Unternehmen notwendig. Um diese Kompetenzen erfolgreich umsetzen zu können bedarf es wiederum Mitarbeitern/innen, die technisch versiert, interaktiv und netzwerkorientiert arbeiten. Viele Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Studiengänge vermitteln bereits diese Kompetenzfelder.

Wo sind im Zusammenhang mit Innovation weitere Herausforderungen zu sehen?

Agnes Schipanski: Neben den Herausforderungen der Zusammenarbeit von Innovatorengruppen sowie notwendiger organisatorischer und persönlicher Kompetenzen kann die Umsetzung von Innovationen ein Problem darstellen. Denn sie kostet in den meisten Fällen viel Zeit und Geld.

Eine Lösung könnte die Nutzung des Crowdsourcing Ansatz, welcher eine Form von „Open Innovation“ darstellt, sein. Unternehmensaufgaben, z.B. Produktentwicklungen, werden aus dem Unternehmen heraus an eine diskussionsfreudige „Masse“ delegiert. Diese bearbeitet in ihrer Freizeit die Problemstellung. Ein Beispiel ist die amerikanische Plattform Innocentive. Wenn ein Unternehmen ein Problem hat, das es Inhouse nicht lösen kann oder nicht Inhouse lösen möchte, kann die Aufgabe auf Innocentive eingestellt werden. Aus der Community heraus wird anschließend versucht Lösungsansätze zu entwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Professor Schipanski!


» Zum ersten Teil des Interviews: Innovation braucht mehr als kreative Mitarbeiter und Ideen!


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