Personalentwicklung bringt die besten Zinsen, Teil 5

Artikelreihe von Wolf Rübner
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Foto: Helloquence

Der Titel ist ein leicht abgewandeltes Zitat nach Benjamin Franklin. Es lenkt den Blick auf das sogenannten Human Kapital eines Betriebes. Die Industrie investiert in Maschinen, Dienstleister müssen in Menschen investieren – durch Aus- und Weiterbildung. Zwei Ansatzpunkte für Weiterbildung sollen beleuchtet werden, die „Häuptlinge“ und die „Indianer“.

Ein großes Ärgernis und Hindernis ist in vielen Betrieben die Führungskultur. Ein geflügelter Satz lautet „Sie kamen wegen des Unternehmens und gingen wegen des Chefs.“ Fachkräfte werden wegen ihrer guten Leistung zum Chef befördert, sind aber genau mit der Rolle überfordert. Ganz ohne Hierarchie wird es auch in einer Netzwerk-Ökonomie nicht gehen. Wir müssen Führung neu denken und insbesondere die „Häuptlinge“ schulen. Die klassische Weisungsbefugnis muss durch kommunikative Kompetenz und Empathie ergänzt werden. Man wird nicht als Führungskraft geboren, das muss man lernen und trainieren.

 
BEST PRACTICE Dazu haben Lindner Hotel & Resorts spezifische Fortbildungsmaßnahmen konzipiert. Dieses speziell für die Bereiche Management & Leadership entwickelte Konzept gliedert sich in drei Hauptbereiche, Foundation, Advanced und Executive, welche jeweils verschiedene Trainingsthemen beinhalten. Nach erfolgreicher Absolvierung aller Bausteine fertigt jeder Teilnehmer eine programmbegleitende Arbeit an, um am Ende der Ausbildung das Hochschulzertifikat „Certified Lindner Executive“ der Munich Business School zu erhalten.
 

Schlechte Führung – der schon zitierte Neurobiologe Prof. Gerald Hüther warnt vor der Druck-Methode, das wäre kurzfristig sehr effizient, aber auf Dauer erzeuge es bei den Mitarbeitern negative Gefühle wie Angst, Verunsicherung, Ablehnung, Ohnmacht und Wut. Auch Belohnungen führen langfristig in eine Sackgasse, weil die gesetzten Reize immer stärker werden müssen. Strafen und Belohnungen – ein System wie im Zirkus. Viele Führungskräfte verbringen ihre Zeit vor allem damit, die Mitarbeiter zu bändigen. Ein Dompteur reibt sich auf. Es entwickeln sich mit der Zeit enorme Reibungsverluste durch unmotivierte, entmutigte, resignierte, nur noch auf ihr eigenes Wohlergehen fixierte, jede Veränderung ablehnende Mitarbeiter.

Gute Führung – Königsmacher statt Zwergen-Produzent. Ein unterstützender Führungsstil dagegen weckt in Mitarbeitern das Gefühl, mit seinen besonderen Fähigkeiten gebraucht zu werden. Gute Führung bringt zur Entfaltung, was zukunftsfähige Unternehmen benötigen: Mitdenken, Mitgestalten, Teamgeist und vor allem Kreativität.

Weiterbildung bindet – jetzt liegt der Fokus auf dem Mitarbeiter. Dazu ein weiteres Bonmot: „CFO asks CEO: What happens if we invest in developing our people and they leave us?“ CEO: „What happens if we don’t and they stay?“. Mitarbeiter möchten sich entwickeln und qualifizieren. Weiterbildung ist ein starker Bindungsfaktor und fördert die Zufriedenheit, wie eine Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management herausgefunden hat. Die Aussage „Je besser das Angebot an regelmäßigen Schulungen, desto geringer die akute Wechselbereitschaft“ fand eine hohe Zustimmung unter den Befragten. Gleiches galt für die Aussage „Je häufiger es Schulungen für die Mitarbeiter gibt, desto höher ist ihre Zufriedenheit im Arbeitsumfeld.“ Dieses Thema sollte man konzeptionell angehen und ein jährliches Budget bereitstellen und einen Schulungsplan, der mit den Vorgesetzten und den Mitarbeitern bedarfsorientiert ausgearbeitet wird. Einige Unternehmen der Branche haben eigene Akademien institutionalisiert, um die Bedürfnisse besser und kostengünstiger abzudecken als es offene Seminare können, die am Weiterbildungsmarkt angeboten werden.
 

BEST PRACTICE Der Veranstaltungstechnik-Dienstleister Habegger ist mit 160 festen Mitarbeitern eines der führenden Unternehmen in der Schweiz. Aus der optimalen Verbindung von Technik und Inhalt werden die Events inszeniert. Das Erlebnis wird durch aufbauende Dramaturgie und digitale Kreationen verstärkt. Habegger setzt jährlich über 1.800 lokale und internationale Events, Ausstellungen sowie Architekturprojekte um.

Als Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiter/innen, Freelancer/innen und Partner der Firma Habegger AG wurden die AcademyDays im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Nach drei erfolgreichen Jahren ging man einen Schritt weiter und machte das Weiterbildungsangebot der gesamten Branche zugänglich. Heute gehören sie zu den erfolgreichen Konzepten, welches die Veranstaltungsbranche durch gezielten Fachaustausch stärkt. Im Oktober 2015 fanden die letzten AcademyDays unter dem Motto «Are you ready for the future?» statt. In 17 Kursen aus den Bereichen Content, Design, Management, Technik und Engineering wurden 150 Kursteilnehmer registriert.
 

Die Revolution auf dem Arbeitsmarkt ist im vollen Gange. Vier unterschiedliche Antriebskräfte stehen hinter dieser „Work Revolution“: Demographie, Wertewandel, Technologie und Globalisierung lassen keinen Stein auf dem anderen. Schon eine einzige würde genügen, das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verändern. Das Zusammenspiel der vier Kräfte führt jedoch zu einer fundamentalen Umwälzung von dem, was wir einmal Arbeit nannten.


Dies ist der 5. Teil einer Artikelreihe. » Alle Artikel im Überblick



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