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Holocaust-Lichtdenkmal mit 104.000 lumineszierenden Steinen: „LEVENSLICHT“

Von Katharina Stein 8.7.2021 ~2 Minuten Lesezeit

Am 27. Januar 2020 war es 75 Jahre her, dass das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde. Anlässlich dieses Tages sollte ein temporäres Lichtdenkmal in Rotterdam und 170 niederländischen Gemeinden den niederländischen Holocaust-Opfern gedenken. Das Lichtdenkmal LEVENSLICHT wollte das Bewusstsein dafür schärfen, dass Juden, Roma und Sinti überall in den Niederlanden lebten und die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs verfolgt, deportiert und ermordet wurden, Einheimische oder Nachbarn waren. Es bestand aus 104.000 leuchtenden Gedenksteinen – für die 104.000 Opfer.

LEVENSLICHT wurde vom Studio Roosegaarde entworfen und vom Nationalkomitee 4. und 5. Mai in Auftrag gegeben. In Rotterdam war es in seiner vollen Größe zu sehen, mit 104.000 leuchtenden Gedenksteinen am Ufer der Maas – dort wo die Rotterdamer Opfer seinerzeit gesammelt und deportiert wurden. Im Anschluss konnnte das Denkmal in 170 niederländischen Gemeinden mit Holocaust-Vergangenheit besichtigt werden.

Dass das Lichtdenkmal aus Steinen besteht, hat einen kulturellen Hintergrund. Steine sind sowohl in der jüdischen Gedenktradition als auch in der Kultur der Roma und Sinti wichtig. Daan Roosegaarde und sein Team haben diese Tradition als Inspiration aufgegriffen. Die lumineszierenden Gedenksteine sind mit fluoreszierenden Pigmenten getränkt und leuchten unter dem Einfluss von unsichtbarem ultraviolettem Licht. Alle paar Sekunden sieht man die Steine in einer blauen Farbe aufleuchten und wieder erlischen.

LEVENSLICHT, Eva Cohen-Hartogkadein Rotterdam, Foto: Studio Roosegaarde – Ruben Hamelink
LEVENSLICHT, Eva Cohen-Hartogkadein Rotterdam, Foto: Studio Roosegaarde – Ruben Hamelink

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