„Invisible Cities“: eine dematerialisierte Oper für Kopfhörer – oder – die Befreiung des Publikums

Von Katharina Stein 22.9.2014 ~2 Minuten Lesezeit

Inmitten des Trubels im Bahnhof „Union Station“ in Los Angeles haben KCET, ein nicht-kommerzieller, unabhängiger Fernsehsender aus Südkalifornien zusammen mit dem experimentellen Opern-Ensemble „The Industry“ und Sennheiser eine ungewöhnliche Oper realisiert: „Invisible Cities“.

Während ein Elfmannorchester in einem Nebenraum [der „Union Station“] spielt, bewegen sich die insgesamt 15 Sänger und Tänzer frei durch den Raum und über den Vorplatz, gemeinsam mit etwa 200 Zuschauern. Alle tragen drahtlose Kopfhörer, die Musik und Gesang übertragen und so die reale Welt mit der Welt der Kunst verbinden.„, beschreibt Sennheiser die Szenerie. Der Audiodienstleister unterstützte das Projekt als Sponsor und war für die technische Umsetzung zuständig.

Dank drahtloser Kopfhörer konnte das Publikum Tanz, Musik und Dialoge mit allen Sinnen erleben und sich gleichzeitig frei im Raum bewegen. „Ich finde, die beste Oper ist die, bei der die Ohren sehen und die Augen hören. Dabei entsteht eine stetig sich wandelnde Beziehung zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir hören. Das ist der Reiz dieser Oper.„, so Regisseur Yuval Sharon.

Ein spannendes Projekt, das räumliche, visuelle und auditive Sinneseindrücke von ihren üblichen, starren Zusammenhängen befreit und Besuchern zahlreiche, individuelle Perspektiven ermöglicht.

Vorstellbar wäre so ein Vorgehen vielleicht auch in anderen Kontexten, z.B. bei größeren Seminaren oder Schulungsevents. Ich persönlich kann mich z.B. bei Telefongesprächen besser konzentrieren, wenn ich umherlaufe. Ob eine solche Bewegungsfreiheit bei Events tatsächlich eine positive Wirkung hat, bliebe jedoch selbst auszutesten. In jedem Fall ein spannender Ansatz!

Invisible Cities Trailer

Foto oben: Screenshot aus dem zweiten Video

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