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Nachwuchsförderung in der Eventbranche: Welche Initiativen gibt es und was müssen wir noch tun?

Von Katharina Stein 14.11.2012 ~5 Minuten Lesezeit

Guten Nachwuchs und die Eventbranche zusammenzubringen, ist kein Leichtes. Daher sind aktive und effektive Initiativen umso wichtiger! Doch welche Initiativen und Möglichkeiten gibt es aktuell, um als Eventagentur an guten Nachwuchs zu kommen? Und was muss in diesem Bereich noch getan und optimiert werden? Wir haben Elfie Adler, Geschäftsfühererin des FAMAB Verband Direkte Wirtschaftskommunikation e.V., und Jury-Mitglied beim diesjährigen INA Award gefragt.

Der INA Award wird seit 2006 vom Studieninstitut für Kommunikation an junge Nachwuchskräfte aus der Eventbranche verliehen. Im Unterschied zu anderen Awards kannst Du hier als Einzelperson, sprich als Event-Azubi, Junior oder Freelancer bis 28 Jahren und mit bis zu zwei Jahren Joberfahrung teilnehmen. Übrigens kannst Du noch in diesem Jahr beim INA Award teilnehmen! Die Einreichungsfrist wurde bis zum 26.11.2012 verlängert!

Interview mit Elfie Adler zur Nachwuchsförderung in der Eventbranche

Katharina: Welche Initiativen zur Nachwuchsförderung gibt es derzeit?

Elfie Adler: Es gibt eine begrenzte Anzahl von Initiativen für unseren Nachwuchs, die teilweise von uns und unseren Mitgliedern gefördert werden.

An erster Stelle steht für uns natürlich DAVID. DAVID richtet sich an Studierende höherer Semester, und bietet dem Nachwuchs die Möglichkeit die Arbeit an realen Projekten in einer Agentur kennen zu lernen. Gleichzeitig bietet er die Chance sich potentiellen Arbeitgebern zu präsentieren.
DAVID ist angelegt als Rekruitmentaward, der den Kontakt zwischen Wissenschaft und Praxis herstellt. Neben dem direkten Kontakt zwischen den Studierenden und den Agenturen hält der FAMAB mit den Schulen und Universitäten dauerhaften Kontakt. Er unterstützt mit Referenten, fördert Praktika, vermittelt Diplomarbeiten um hier einiges zu nennen. Und der FAMAB hilft mit seiner kostenlosen Jobbörse Nachwuchs und Arbeitgeber zusammen zu bringen.

Weiter engagiert sich der FAMAB bei den beiden Ausbildungsberufen Fachkraft für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufmann. Bei beiden Berufen waren wir involviert, als sie aus der Taufe gehoben wurden. Heute unterstützen wir Berufsschullehrer mit Informationen und Unterrichtsmaterialien, engagieren uns beim jährlichen „Train the Trainer“. Hier geht es darum die Lehrer auf dem aktuellen Stand der Branche zu halten.

Eine weitere Initiative ist der Lehrgang „Projektleiter Messebau und Event“. Bei dieser Weiterbildungsmaßnahme werden insbesondere Quereinsteiger über vier Wochen in allen Belangen rund um Messeauftritte und Marketing-Events weitergebildet.

Und dann gibt es dann natürlich auch noch den INA Internationaler Event Award, den wir gerne als Teilnehmer in der Jury unterstützen und fördern. Ein wichtiger Preis, ausgerichtet vom Studieninstitut für Kommunikation. INA richtet sich insbesondere an junge Nachwuchskräfte und Talente der Branche. Interessant ist auch, dass sich hier Einzelpersonen mit ihren frischen Konzepten bewerben können.

Und nebenbei gibt es natürlich noch die vielen Kontakte zu Hochschulen und Auszubildenden, mit denen wir in Kontakt stehen. Diese informieren wir, beraten sie über Berufschancen, vermitteln Kontakte und unterstützen mit Arbeitsmaterialien.

K.: Nachwuchsförderung ist ein Thema, dessen Erfolg von zwei Seiten abhängt: den Interessen des Nachwuchses und den Interessen der Agenturen bzw. Unternehmen. Sie kennen ja nun beide Seiten recht gut. Was denken Sie, sind wichtige Interessen beider Seiten, die vielleicht noch nicht ganz erkannt bzw. in der Praxis nicht ausreichend berücksichtigt werden?

Elfie Adler: Die direkte Wirtschaftskommunikation ist gekennzeichnet durch projekthafte Arbeit. Diese Projekte müssen gewisse Prozesse durchlaufen, damit sie am Ende sicher zum gewünschten Erfolg führen. Projektmanagement, insbesondere das Einhalten von Prozessen und dessen Dokumentation wird nirgendwo ausführlich gelehrt. Für die Berufseinsteiger bedeutet dies „learning by doing“, für die Arbeitgeber erhöhten Kontrollaufwand. Hier gehört ein derartiger Ausbildungsbaustein in jeden Rahmenplan.

K.: Häufig haben Agenturen einfach nicht die Kapazitäten und die Zeit, um den Nachwuchs richtig zu fördern. Welche vielleicht auch kleinen Maßnahmen sind aber für fast jede Agentur machbar?

Elfie Adler: Ich denke, jede Agentur hat ein eigenes Ausbildungsprogramm für junge Nachwuchskräfte, Patenschaften und Einarbeitungsprogramme.

Was ich mir wünsche, ist eine konsequente Bekanntgabe von Praktikums- und Ausbildungsplätzen, sodass wir dies konkreter auf unsere Website kommunizieren könnten.

An den Berufsschulen gibt es noch Defizite. Wir stellen Berufsschulen, die Veranstaltungskaufleute und Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ausbilden, gerne Informationen zur Branche und unseren Mitgliedern zur Verfügung. Gleiches gilt für Hochschulen, die zu uns und den Branchenplayern noch keinen Kontakt haben.

K.: Wovon hängt ihrer Meinung nach darüber hinaus eine gute und sinnvolle Nachwuchsförderung in der Eventbranche ab?

Elfie Adler: Ich denke Nachwuchsförderung muss partizipativ verstanden werden. Es geht nicht, dass einige Unternehmen in Ausbildung investieren und andere dann die Früchte des Engagements ernten.

K.: Was können und sollten wir bzw. spezielle Parteien noch tun, um die Nachwuchsförderung zu verbessern?

Elfie Adler: Wir haben uns vorgenommen, die attraktiven Arbeitsplätze in der direkten Wirtschaftskommunikation bekannter zu machen. Beispielsweise können die Arbeitsagenturen in Deutschland nicht ausreichende Kenntnisse über unsere eher kleine Branche haben. Hier müssen wir unterstützen, damit die richtigen Arbeitnehmer den Zugang zu uns finden.

Weiter müssen wir mit vereinten Kräften der Öffentlichkeit deutlich machen, welche spannenden Aufgabenfelder es in der direkten Wirtschaftskommunikation gibt. Schließlich gilt es für die unterschiedlichsten Branchen und Kunden Live-Kommunikation zu betreiben: Konferenzen, Corporate-Events, Public-Events, Messeauftritte, Markenauftritte, Roadshows, Hausmessen…
Alle beschäftigen sich mit sehr komplexen Kommunikationsaufgaben an unterschiedlichsten Orten, zu unterschiedlichsten Zeiten. Kurz langweilig wird es nie!
Für das kommende Jahr haben wir es uns zum Ziel gesetzt über vielfältige Kanäle – von Youtube bis zur IHK – über die Qualität unserer Mitglieder als Arbeitgeber und die Jobprofile in den Unternehmen verstärkt zu informieren.

K.: Vielen Dank für das Interview!

Mit freundlicher Unterstützung des Studieninstituts für Kommunikation.

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