Die 10 größten Marketinglügen von Events & Messen

Kürzlich bin ich auf einen herrlich zynisch-ehrlichen Artikel im eventmanagerblog gestoßen – und er trifft den Nagel so dermaßen auf den Kopf! Wenn es darum geht Besucher und Sponsoren für ein Event, eine Messe oder Konferenz zu gewinnen, wird nicht selten gelogen bis sich die Balken biegen. „Unser Event erreicht 1 Million Marketingentscheider, ist die größte und bekannteste Messe der Branche, der Vorverkauf übertrifft alle Erwartungen“ – und so weiter. Doch wollen wir mal ehrlich sein, die meisten solcher Aussagen sind einfach unwahr oder zumindest „schön geredet“.

Es ist an der Zeit sich auf Ehrlichkeit und echte Mehrwerte zu stützen. Das beste Marketing sind zufriedene und nicht enttäuschte Besucher! Also lasst uns die folgenden 10 typischen Marketinglügen von Events endlich verbannen – sofern sie nicht zu 100% zutreffen!

1. Das Event erreicht 50.000 Entscheider & Profis!

Naja, wie soll man „Entscheider“ und „Profis“ auch genau definieren?! Irgendwelche Menschen, die mal in irgendeiner Form mit einem ähnlichen Thema zu tun hatten, und unfreiwillig in einem Newsletter gelandet sind, könnten rein theoretisch Entscheider und Profis sein. Und ob sie der Inhalt des Newsletters interessiert? Davon hat ja keiner gesprochen…

2. Ein Angebot, das es nur auf Facebook gibt!

Ok, und auf Twitter und bei Xing und unseren Partnern…

3. Die Teilnehmerzahl oder Plätze sind begrenzt!

Irgendwie hat das natürlich immer seine Berechtigung – auch eine Messehalle mit 5000 Sitzplätzen ist irgendwie begrenzt. Doch das will der Veranstalter damit bestimmt nicht kommunizieren. In den meisten Fällen ist es nur ein Mittel um Druck zu erzeugen.

4. Nur für einen begrenzten Zeitraum!

Auch hier die Frage: gehts nur darum Druck zu machen oder ist es wirklich z.B. ein Early-Bird Angebot? Kriege ich nach Ablauf oder an einer anderen Stelle wirklich keine mindestens genauso günstigen Tickets?

5. Der Vorverkauf übertrifft alle Erwartungen!

Und auf dem Event wundert man sich als Besucher, dass die Location halb leer ist. Überraschend gute Ticketverkäufe kommen sicher bei einigen wenigen Events vor. Doch die meisten Konferenz-Tickets (gerade die für 1000 oder mehr Euro) müssen mühevoll bis zum letzten Tag verkauft werden.

6. Wir bieten interaktive Sessions & Seminare an!

Nur weil man am Ende eines Vortrags Fragen stellen kann, ist das Event noch lange nicht interaktiv! Aber es klingt so gut, oder?!

7. Wir sind das größte und bekannteste Event der Branche!

Zum einen brauchen die „größten Branchenevents“ nicht damit zu werben, dass sie das größte und bekannteste Event sind. Sie sind es einfach und jeder innerhalb der Zielgruppe weiß es! Zum anderen stellt sich da die Frage, warum das Event nicht mit anderen, wichtigeren Mehrwerten wirbt? Hat es etwa keine?!

8. Ein Event nur für Mitglieder!

Soll meistens nur heißen, dass Nicht-Mitglieder zahlen müssen. Aber ein „geschlossenes“ Event klingt irgendwie exklusiver!

9. Unser Kongress macht Sie zum Experten!

An einem Tag dank fünf Seminaren zum Profi werden?! Ok, wer das wirklich glaubt, ist ein bisschen selbst schuld.

10. Exzellentes Networking mit potentiellen Geschäftspartnern und Kunden!

Das verspricht nun wirklich jedes Event. Nur die wenigsten machen etwas, damit das Networking tatsächlich funktioniert. Alle Gäste um ein Buffet scharen und es Networking nennen – da macht man es sich schon ein bisschen leicht, oder?!

Frei übersetzt und kommentiert aus folgendem Artikel.

Foto von Grubby Mits / flickr


3 Kommentare
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3 Kommentare

  1. Klaus-Jürgen Schäfer

    Punkt 5 lese ich fast täglich auch über Messen. Punkt 7 gilt besonders für den überstrapazierten Begriff „Leitmesse“. Zumindest Punkt 10 wird auf Messen besser mit Leben gefüllt.

  2. @eventzeile

    Punkt 9 ist lustig :D Punkt 6 ist auch gelungen. Stimmt schon! Nur weil man am Anfang sich das Publikum bei Fragen wie: „Wer von Ihnen ist bei Facebook?“, melden darf, ist ein Seminar noch laaaaange nicht interaktiv ;)

  3. @GeorgReinecke

    Ich finde solche Aussagen manchmal ganz hilfreich, zumindest wird man da hellhörig und hinterfragt die Qualität, oder den genrellen Sinn der Veranstaltung.

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