Eventmarketing.Blickwechsel: Gutes Eventmarketing ist integriertes Eventmarketing

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Eventmarketing als Fachdiziplin wird in Unternehmen unterschätzt, Aufträge werden immer kurzfristiger und ein wertschätzender Umgang ist selten geworden – soweit die in Agenturkreisen häufig zu höhrenden Eindrücke. Doch was sagen die auftraggebenden Unternehmen dazu? Wir haben sie in unserer Reihe Eventmarketing.Blickwechsel gefragt!

Im zweiten Interview bringt Christine Kuhlmeyer als Leiterin Erlebnismarketing bei Volkswagen Deutschland ihre Sichtweise kurz und konkret auf den Punkt. Angefangen hat sie bei Audi im Produktmarketing. Danach folgen 21 Jahre bei Volkswagen, wo sie bis heute von der Konzern- und Unternehmenskommunikation über die integrierte Kommunikation bis hin zum Erlebnismarketing viele Bereiche des Konzerns durchlaufen hat.

Wie und wo begegnen Sie dem Thema Eventmarketing? Wie sichtbar ist die Eventbranche als Marketing-Disziplin Ihrem Empfinden nach?

Christine-Kuhlmeyer-volkswagenChristine Kuhlmeyer: Ich leite bei Volkswagen Deutschland das Erlebnismarketing. Events sind elementarer Bestandteil meines Jobs. Die Eventbranche hat im Verhältnis zu den anderen Marketing-Disziplinen je nach Branche eine angemessene Sichtbarkeit.

Und reicht die aktuelle Präsenz aus?

Christine Kuhlmeyer: Man könnte teilweise stärkere Sichtbarkeit generieren.

Wie wird der Stellenwert von Eventmarketing im Marketing-Mix aus Ihrer Sicht seitens der Unternehmen eingeschätzt?

Christine Kuhlmeyer: Eventmarketing ist Teil des Marketing-Mix und bietet die Live-Kommunikation, die unerlässlich ist. Dennoch ist der Stellenwert der anderen „P“s höher.

Was macht für Sie gutes Eventmarketing aus?

Christine Kuhlmeyer: Gutes Eventmarketing ist integriertes Eventmarketing. Das heißt, alle Marketingaktivitäten sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt.

Eventagenturen beklagen häufig, dass Aufträge in immer kürzerer Zeit umgesetzt werden müssen. Empfinden Sie das auch so?

Christine Kuhlmeyer: Die heutige Zeit ist eine sehr schnelllebige Zeit. Durch die vielen Social Kanäle etc. ist Kommunikation ja auch sehr schnell. Dass die Aufträge in immer kürzerer Zeit kommen, ist aus meiner Sicht eine natürliche Folge aus dieser Entwicklung.

Ein anderer Punkt, der aktuell zwischen Agenturen und Unternehmen zu stehen scheint, ist die Wertschätzung bzw. der beklagte Mangel dieser untereinander. Wie empfinden Sie die Situation?

Christine Kuhlmeyer: Hier kann ich nicht zustimmen. Wertschätzung ist Bestandteil unserer Unternehmenspolitik.

Danke für Ihre Eindrücke!


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Foto: Christine Kuhlmeyer


3 Kommentare
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3 Kommentare

  1. Stephan Schäfer-Mehdi

    Wertschätzung? Meines Wissens ist immer noch Realität, dass es unbezahlte Pitches von 10 und mehr Agenturen gibt.

  2. Jörg Willhauck

    Da stimme ich Stephan absolut zu. Und das betrifft vor allem VW … Wertschätzung sollte auch in den Pitches erfolgen, diese sind aber oft vom Einkauf „inszeniert“. Aber es zwingt ja auch niemand daran teilzunehmen …

  3. Tobias Stupeler

    Ich fürchte, das Problem ist an erster Stelle ein marktwirtschaftliches. Es gibt anscheinend ein Überangebot an qualifizierten oder zumindest leidensfähigen Agenturen. Stellt euch mal vor, es gäbe nur EINE Agentur in Deutschland, die Live-Com kann – die könnte die Kunden pitchen lassen! So ungefähr war der Markt in den 90ern, die „Goldgräberzeit“ der Branche. kogag, Vok Dams, DeOtter&DeVries, facts+fiction, G&D (um nur einige zu nennen), alle hatten ein gutes Auskommen. „Eventmarketing“ war das große Ding, und nur wenige konnten es anbieten (oder hatten die Kaltschnäuzigkeit, so zu tun als ob, und haben sich dann irgendwie durchgewurstelt). So ähnliche Zeiten erleben wir gerade beim Thema Online/Social Media. Auch da wird irgendwann die Bereinigung stattfinden, wenn mehr und mehr Akteure auf den Markt drängen, weil man Geld verdienen kann. Ob die Pitch-Plattform marktwirtschaftliche Prinzupien außer Kraft setzen kann, wage ich zu bezweifeln, denn wie heißt es so schön: „Einer findet sich immer, der’s macht!“

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