Der Welt größtes Tetris Spiel – oder warum wir in der Eventbranche mehr spielen sollten

Von Katharina Stein 27.6.2014 ~2 Minuten Lesezeit

Im April 2014 realisierte Professor Frank Lee zusammen mit einem Team das bislang vermutlich weltgrößte Tetris Spiel. 1400 LEDs auf der Fassade eines Hochhauses in Philadelphia machten es während der parallel laufenden Tech Week möglich. Ein Jahr zuvor hat er bereits das Spiel Pong auf einem Hochhaus umgesetzt, und damit den Guinness-Rekord für das weltweit größte Architekturvideospiel-Display aufgestellt. Mit dem diesjährigen Tetris Spiel, das nochmal doppelt so groß war, haben Lee und sein Team wahrscheinlich ihren eigenen Rekord gebrochen.

Auch wenn man das vermuten mag, geht es hier nicht um „höher, schneller, weiter“. Was mir an diesem und ähnlichen Projekten u.a. aus der Tech Branche so gut gefällt ist, dass sie in ihrem eigenen Metier [außerhalb von Kundenaufträgen] im wahrsten Sinne des Wortes spielen, Spaß an neuen Herausforderungen haben und experimentieren. Ob das was bringt, ist da erst mal egal: es macht Spaß! Was zunächst als ganz lustiges Experiment beginnt, kann anderen Ideen und Entwicklungen den Weg ebnen. Nichtzuletzt sind es gerade solche unterhaltsamen Projekte, die auch Menschen für die eigene Branche begeistern. Wenn man als Branche trendig und angesehen sein möchte, um z.B. kreativen Nachwuchs anzuziehen, muss man trendige und coole Sachen machen. Deswegen brauchen wir diesen Spieltrieb aktuell mehr denn je auch in der Eventbranche!

Dann wird, wie man sieht, auch in Medien wie der New York Times über das Projekt und den Entstehungsprozess berichtet.

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3 Kommentare

  1. Stephan Schäfer-Mehdi

    Gamification ist sicher ein Trend und spannend für Bereiche der Live-Kommunikation. Ich wünsche mir aber mehr Content und Sinn, denn das kann Live-Kommunikation auch erreichen. Wenn die Endkunden mitbekämen, was die Unternehmen für „sinnlose“ Spaß- Incentives und -Events raushauen, gäbe es sicher den einen oder anderen Shitstorm mehr.

  2. Katharina Falkowski

    Ne, mir geht es in dem Fall gar nicht darum, Spaß-Events oder Gamification im Eventmarketing einzusetzen, sondern intern als Branche ein wenig mit Formaten zu „spielen“, zu experimentieren. Unabhängig von Kundenaufträgen, an Unis, innerhalb von Agenturen oder in privaten Zusammenschlüssen – aus Eigeninitiative und somit mit deutlich mehr Freiheiten. Da darf es meiner Meinung nach gerne etwas verspielter zugehen.

  3. Andreas Christophe

    Worum geht es primär im Event-Marketing? In erster Linie doch darum Markenbotschaften, Produktattribute etc. mit einem emotional positiven Erlebnis zu verknüpfen. Die „Message“ soll dadurch im Bewusstsein bzw. Unterbewusstsein verankert werden um unmittelbar bzw. mittelbar beim Empfänger einstellungs- oder entscheidungsbeeinflussend zu wirken.

    Bereits in den ersten Monaten unseres Lebens beginnen wir zu spielen. Die ganze Kindheit ist geprägt durch spielerisches Lernen. Und alles was wir in der frühkindlichen Phase positiv und negativ erleben prägt unser ganzes Leben. Spielen ist mit Spaß assoziert und emotional 100% positiv besetzt. Der angeborene Spieltrieb begleitet uns unser ganzes Leben lang. Spiele sind somit ein ideales Mittel zur Vermittlung von Botschaften und Wissen im Sinne der o.g. Ziele des Event-Marketings.

    Die Forderung von Kollege Schäfer-Mehdi nach Content und Sinnhaftigkeit ist völlig berechtigt, läuft aber einer Spielmechanik nicht zu wider. So haben wir bei BBDO Live schon umfangreiche Spielekonzepte selbst für komplexe Themen in der Change-Kommunikation entwickelt und sehr erfolgreich im Rahmen von Mitarbeiterveranstaltungen und Train-the-Trainer Schulungen eingesetzt.

    Manchmal ist aber auch weniger mehr. Die Fokussierung auf eine Botschaft macht die Entwicklung einer Spielmechanik oft deutlich einfacherer. Beispiel smart: hier war unsere Aufgabe eine Aktion zu entwicklen, die Kunden ins Auto lockt und den Teilnehmern die Botschaft aussendet: Elektroantrieb macht Spaß. Genau das hat das Spiel „smart eBall“ auf denkbar einfache Weise geschafft (EVA Gold 2012, http://www.famab.de/eva/archiv/teilnehmer_2012/list_con/detail.html?id=411669). In die gleiche Richtung geht das etwas andere Probefahrterlebnis „smart DJ“, das wir dieses Jahr ins Rennen um Awards schicken werden.

    Neben ihrer perfekten Eigenschaft als Botschaftenträger haben Spielemechaniken im Live-Marketing einen weiteren USP: ihr enormes Potenzial im Hinblick auf Multi-Channel-Multiplikation. smart eBall und smart DJ beispielsweise konnten wir ins TV („Schlag den Raab“) und als Online-Game verlängern. Die Live-Idee liefert also Content für andere Kanäle und steigert damit gleichzeitig die Begehrlichkeit für das Live-Format Probefahrtevent.

    Spiele im Event-Marketing gehören somit nicht zwangsläufig in die Kategorie Kindergarten, sondern können auch ganz großes Kino sein.

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