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MWC 2023: 10 Highlights von Ben Erben | Erlebnisdesign von AI-Selfie-Stationen bis On-Site Workshops

Von GastautorIn 7.3.2023 ~5 Minuten Lesezeit

Letzte Woche fand in Barcelona der Mobile World Congress (MWC) statt. Vor Covid gehörte die Veranstaltung zu den wichtigsten Events der Mobilfunkbranche. Doch hat sie 2023 zu ihrem alten Erfolg zurückgefunden – und Innovationen und Inspirationen für das Messe- und Erlebnisdesign geboten? Ben Erben, ECD bei der Hamburger Agentur Mutabor, war vor Ort und hat sich die diesjährigen Entwicklungen, Highlights und Trends angeschaut.


Mobile World Congress: von mobile to tech

Gastartikel von Ben Erben, ECD Mutabor

Hat sich die MWC bereits von der Pandemie erholt? Mein Eindruck: Ja. Obwohl die BesucherInnenzahlen noch nicht ganz auf dem Pre-Covid-Level sind, waren die meisten Talks bis auf den letzten Stuhl besetzt. Große Marken wie Huawei, Samsung und Nokia beeindruckten mit starken Auftritten. Die Agenda insgesamt: absolut am Puls der Zeit. Zudem war die Weiterentwicklung zur Tech-Messe in diesem Jahr besonders spürbar. Leider waren die Markeninszenierungen bis auf wenige Ausnahmen eher konservativ und wenig ausgefallen. IBM oder Lenovo, die in der Vergangenheit innovativ und mutig kommunizierten, waren dieses Jahr fast zu übersehen.

10 Erlebnisdesign-Highlights der MWC 2023

Visible Recycled Materials

Der Anspruch an Nachhaltigkeit zeigte sich in Barcelona weniger durch grüne Pflanzenwände, sondern durch echte Recycling-Konzepte oder sichtbar recycelte Materialien. So prägte zum Beispiel der Terrazzo-Look von geschmolzenem Plastik viele Stände. Das Stand-und Möbeldesign der Deutschen Telekom ist hierfür ein super Beispiel.

Give-Away Shops

Die Idee: BesucherInnen sammeln an verschiedenen Ständen Punkte via NFC-Gadget oder QRCodes. Diese können im Give-Away Shop gegen Merch-Produkte eingelöst werden. Dieses Konzept führt dazu, dass die BesucherInnen mehr Zeit auf dem Stand verbringen, Stationen aufsuchen, die vielleicht nicht ganz so attraktiv sind und sich ein Give-Away „kaufen“, das sie sich selbst ausgesucht und verdient haben.

Livestream Stages

Ein gutes Beispiel: der Stand von Deloitte. Ein kleines Livestream Studio sendete permanent und in Echtzeit Aktuelles vom Stand. Das Setup war relativ einfach, aber genau darin lag der Charme. Im Hintergrund liefen die BesucherInnen durch den Livestream. Als Streaming Plattform wurde LinkedIn genutzt.

Kleine Talkbühnen

Wirklich jede Bühne, egal wie groß sie war, war gut besucht. Vor allem Bühnen, die von der Standkante gut einsehbar platziert waren, funktionierten sehr gut. Diese haben immer den Vorteil, dass sie das Laufpublikum direkt ansprechen. Teilweise standen die ZuhörerInnen komplett im Gang. Wohingegen BesucherInnen, die im Stand verweilten, weil sie vielleicht gerade eine Pause vom Messetrubel suchten, nicht gestört wurden.

Naked-eye 3D LED

Der Trend aus China, der über LinkedIn auf die Messen dieser Welt kommt: Naked-eye 3D LED. In Realität stellt man immer wieder fest, dass der Effekt davon lebt, dass die Fläche groß und nicht freihängend ist. Ohne architektonischen Kontext fällt der Effekt sehr unspektakulär aus.

Walk-In Experiences

Während viele Stände sich um Offenheit und Übersichtlichkeit bemühten, fielen letztlich gerade diejenigen mit begehbaren Räumen positiv auf. Teilweise gab es komplette LED-Gänge mit mehreren Windungen und Räumen, die den BesucherInnen ein Thema näherbrachten. Gerade im Trubel des Messebetriebs bot ein solches Angebot mehr Ruhe, um Themen fokussierter aufzunehmen.

Messe als Launch-Termin für ein Rebranding

Aus meiner Sicht eignen sich Messen bestens für die Kommunikation eines Rebrandings. Ein tolles Beispiel auf dem MWC war der Stand von Nokia. Die Fassade wurde als medial aufgeladenes begehbares Logo inszeniert. Marke im Raum bietet so viele Kanäle, um ein Rebranding in voller Vielfalt zu kommunizieren.

Multi-Stop Experiences

Samsung bot den BesucherInnen ein besonders persönliches und nutzerorientiertes Erlebnis: Über einen Check-In via QR-Code und Handynummer konnte ich mich für ein Shooting auf dem Stand anmelden. Per SMS wurde ich nach 30 min darüber informiert, dass ich an der Reihe war. Der Vorteil: Kein zeitraubendes Anstehen. Mit dem QR-Code loggte ich mich an mehreren Stationen ein und lud die Fotos in einer LED-Fotogalerie hoch. In der Galerie hatte ich die Gelegenheit, meine eigenen Bilder und die Qualität der Kamera zu prüfen.

On-Site Workshops

Während viele Marken ihre fertigen Produkte auf dem Stand präsentierten, erklärten manche als Ergänzung ihre Arbeitsweise. Die Idee der „Hackathons und Makerscorner“ auf einem B2B Messestand ist nicht neu. Dennoch empfand ich die Work-in-Progress Atmosphäre auf dem Deloitte Stand als sehr anziehend. Während viele Beratungen auf einen eher polierten Auftritt setzten, wirkten Bereiche auf dem Stand von Deloitte fast etwas unordentlich. Das war keineswegs ein Nachteil, sondern kommunizierte auf besondere Weise Innovationskraft.

AI-Cameras als Selfie-Station

Es gab mehrere Techdemos für AI-Cameras, welche die BesucherInnen filmten und analysierten. Was wie Kontrolle oder Überwachung hätte wirken können, war ein absoluter Publikumsmagnet. Die BesucherInnen freuten sich über die Analysen zu Geschlecht und Stimmung und fotografierten sich durch die Brille der AI.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Mobile World Congress es geschafft hat, sich von einer Mobilfunk-Messe zur Tech-Plattform zu entwickeln. Nachholbedarf gibt es aus meiner Sicht hinsichtlich der Inszenierung und Aktivierung von Themen und Exponaten. Zahlreiche Stände oder Teilbereiche von Ständen machten einen angestaubten, weniger innovativen Eindruck und erinnerten eher an klassische Verkaufsflächen aus dem Retail.

Ich bin gespannt auf nächstes Jahr und wie die Entwicklung hin zum Tech-Event, die Messeauftritte weiter beeinflussen und prägen wird.

Fotos: Ben Erben | Mutabor


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