Famab Treffen zur Mitarbeiter-Generation Y – überraschend viel Verständnis & wenige Kontroversen

GenY-famab

Der Famab hat zur Diskussion zum Thema Generation Y geladen und es sind knapp 15 Vertreter der Arbeitgeber, der Studenten und (nur wenige) Young Professionals gekommen. Doch entgegen der häufig kontroversen Diskussionen, dominierte in Düsseldorf Konsens und gegenseitiges Verständnis.

Wahrscheinlich liegt es in der Natur der Sache, dass sich gerade diejenigen für eine Diskussion öffnen, die sich auch bereits im Arbeitsalltag dafür geöffnet haben. Die „schwarzen Schafe“ werden sich bei solch einer Diskussion nur ungern zu Erkennen geben oder den Dialog suchen. Der sehr konstruktiven Diskussion war das sicher zuträglich, dem Thema und der Problematik an sich wahrscheinlich weniger. So ging man am Ende zufrieden, aber auch ein bisschen ratlos nach Hause. Und was nun? Besteht gar kein Problem zwischen der Generation Y und den Arbeitgebern? Ich persönlich denke schon, dass es da Probleme gibt. Eine klare Antwort kann ich nach dem Famab Treffen aber leider nicht geben. Aber zumindest habe ich gesehen, dass es Arbeitgeber gibt, die sich bereits mehr oder weniger geöffnet haben. Andererseits gibt es auch junge Mitarbeiter die selbstkritisch sind, Fehler eingestehen sowie kompromissfähig sind. Ein insgesamt positiver Eindruck, der aber wahrscheinlich nicht repräsentativ ist.

Positiv hervozuheben ist, dass der Famab sich sichtlich um möglichst viele verschiedene Positionen und Vertreter bemüht hat. Mehrere Blickwinkel, Denkweisen und Erfahrungen sind an dieser Stelle natürlich sehr wichtig. Jedoch war im Nachhinein betrachtet eine besonders wichtige Gruppierung unterrepräsentiert oder eigentlich gar nicht vorhanden: Agentur-Mitarbeiter der Generation Y, die bereits mehrere Jahre Berufserfahrung auch in größeren Agenturen haben. Denn ihre Erfahrungen und Einblicke in die Agenturrealität sind wahrscheinlich am aussagekräftigsten.

Nichtsdetotrotz wurden einige interessante Punkte angesprochen. Im Folgenden eine grobe und personenunabhängige Zusammenfassung der Meinungen und Aussagen.

Die Studenten der Generation Y stellen sich sehr selbstkritisch dar

Die junge und vornehmlich studentische Generation Y hat sich beim Famab Treffen überraschend ehrlich und selbstkritisch dargestellt. Selbst in einer einleitenden, kritischen Beschreibung der Generation Y, bei der ich mich sofort an alle Vorurteile erinnert fühlte, aber nicht an eine sachliche Definition, fanden sie sich wieder. Kritikpunkten der Arbeitgeberpositionen wurde auch nur selten widersprochen. Die junge Generation Y gibt zu etwas überheblich zu wirken, eher egozentrisch zu sein und sogar über eine schlechte Allgemeinbildung zu verfügen. Für mich etwas überraschend, dass hier so schnell „nachgegeben“ wurde. Andererseits finde ich die Ehrlichkeit sehr löblich.

Der größte Kritikpunkt der Studenten ist die unfaire und schlechte Bezahlung

Leider gab es nur wenige konkrete Forderungen oder Kritikpunkte, die die Generation Y eingebracht hat. Lediglich ein Aspekt war zurecht Thema: die schlechten Einstiegskonditionen für den Agenturnachwuchs. So wurde beispielhaft von Erfahrungen berichtet, in denen für eine Vollzeit-Tätigkeit 800 Euro angeboten wurden. Jedoch stieß diese Kritik auf keinen Widerstand der Arbeitgeber. „Die Einstiegsgehälter sind eine Katastrophe“, so eine Arbeitgeberaussage. Dass so etwas nicht sein darf, haben auch die Arbeitgeber deutlich bestätigt. Doch wir wissen alle, dass das in der Realität anders aussieht!

Wie ist diese Generation Y und was unterscheidet sie?

Allgemein ist es schwer zu sagen, was die Generation Y konkret unterscheidet. Durch die vielen Optionen, die sie privat sowie beruflich hat, ist sie sehr heterogen. Doch vielleicht ist genau das der Unterschied: sie hat die Optionen und Möglichkeiten, von denen ihre Eltern nur geträumt haben. Die Wünsche und Vorstellungen unterscheiden sich in Teilen vielleicht gar nicht so sehr. Wer will nicht einen erfüllten Job und einen netten Chef haben? Aber die Bedingungen und die Möglichkeiten Träume tatsächlich ausleben zu können, bilden andere Rahmenbedingungen – und führen letztendlich auch zu anderen Herangehensweisen, Charakteren und Forderungen, die ältere Generationen so erst mal nicht kennen oder verstehen.

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3 Kommentare
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3 Kommentare

  1. Michaela Freier

    Das hört sich alles immer so simple an. Die Gen Y möchte sich über den Beruf definieren und Grenzen ausloten wie bei einer Alpenüberquerung. Die Möglichkeit, das Arbeit nicht jeden Tag Challenge ist, sondern auch prozessual und verknüpft mit anderen Parteien wie Kunden, Stake Holdern, Lieferanten usw. Es kann nicht jeden Tag einen Pokal geben! Jeder Sportler bereitet sich lange für seinen Challenge vor und nach einem Sieg ist wieder vor einem Sieg.
    Unsere Branche bietet eigentlich sehr viele verschiedene Herausforderungen.
    Ich habe Vertreter der Generation oft so erlebt, dass sie gar keine7wenig Verantwortung übernehmen möchten, auch nicht für ihr tun. Das wird dann etwas schwierig mit dem Challenge.

  2. Katharina Falkowski

    Ja, ich möchte gar nicht bezweifeln, dass gerade bei den Berufsanfängern (ohne oder nur mit wenig Erfahrung) die Vorstellungen nicht gerade mit der Realität harmonieren ;)
    Bei den älteren Mitarbeitern der Generation Y, mit ein paar Jahren Berufserfahrung, ist das, denke ich, wieder etwas anderes: auch wenn der Wunsch nach Selbstverwirklichung immer noch sehr wichtig ist, sind die Vorstellungen doch etwas realistischer und man ist sich bewusst, dass man für seine Wünsche und Vorstellungen nicht selten hart arbeiten sowie auch die Schattenseiten hinnehmen muss.

    Ich finde es daher bei diesem Thema sehr wichtig zwischen Studenten bzw. Berufsanfängern und der älteren, erfahreneren Generation Y zu unterscheiden – obwohl sie nach Alter orientiert, alle in einen Topf geworfen werden. Meinem Eindruck nach sind da große Unterschiede, wahrscheinlich schon alleine aufgrund der Erfahrungen im realen Berufsleben.

    Wer ist denn für Dich konkret die Generation Y, von der Du gesprochen hast? Oder hast Du nicht den Eindruck, dass es da einen Unterschied gibt?

  3. Michaela Freier

    Meine Erfahrungen beziehen sich auf Azubis, Praktikanten und Juniors im Alter von 18-28 Jahren. Die älteste davon hatte lange studiert und schon verschiedene Stellen ausprobiert. Die besten Erfahrungen haben wir mit einem Studenten der Nordamerikanistik gemacht, der bei einem unserer Kunden ein Praktikum in der Eventabteilung gemacht hat. Der arbeitet jetzt zeitweise für uns. Er ist aber eine Ausnahme.
    Ich finde es überaus wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, und wie du sagst, die Jüngeren und die mit etwas Berufserfahrung und der Gen X zusammen zu bringen. Generell müsste die Generation wahrscheinlich einfach noch mehr berufliche Erfahrungen sammeln.

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