Deutscher Pavillon auf der Floriade 2022 - eine modulare, begrünte Holzbau

Floriade Expo 2022: Deutscher Pavillon „Biotopia“ mit spielerisch-interaktiver Ausstellung

Von Katharina Stein 9.5.2022 ~4 Minuten Lesezeit

Alle reden über die große Expo, aber manchmal lohnt sich auch ein Blick auf die kleineren Expos. Zum Beispiel bei der Floriade, einer internationalen Gartenbauausstellung, die alle zehn Jahre in den Niederlanden stattfindet. Dieses Jahr kann sie noch bis zum 9. Oktober 2022 in Almere besucht werden. Mit dem Thema „Growing Green Cities“ möchte sie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den Städten erweitern und entsprechende Lösungsansätze vorstellen.

Deutscher Pavillon auf der Floriade 2022: „Biotopia – Growing Community“

Neben Ländern wie Japan, Schweiz oder Frankreich ist auch Deutschland mit einem sehenswerten Pavillon vertreten. Unter dem Namen „Biotopia – Growing Community“ stellt die modulare und pratizipative Ausstellung innovative Lösungen und zukunftsorientierte Wege für ein nachhaltiges Zusammenspiel von Natur und Stadt vor.

Der von Insglück, gtp2 Architekten und Studio Grüngrau gestaltete Deutsche Garten besteht aus einer kubischen und modularen Holzkonstruktion mit einem Dachgarten, Solarpanelen, Windkraftturbinen und begrünten Fassaden. Dank der Bepflanzungen bildet das Gebäude selbst ein lebendiges Ökosystem, dessen Erscheinungsbild sich im Verlauf der Floriade mit dem Wachstum der Pflanzen stetig wandeln wird.

Die zentrale Idee des Deutschen Gartens ist es, einen Ort des Zusammenkommens, des Austausches und des aktiven Miteinanders – einen Gemeinschaftsgarten – zu schaffen. Der partizipative Ansatz mit inspirierenden Wandcollagen und interaktiven Exponaten stellt die Besuchenden in den Fokus. Das Ziel ist es, jede einzelne Person dazu zu motivieren, sich für die Zukunft zu engagieren und ein aktiver Teil der wachsende Gemeinschaft – der „Growing Community“ – zu werden.

Die Entdeckungsreise durch die Ausstellung bewegt sich entlang zentraler Zukunftsfragen: Wie schaffen wir es, Natur und Stadt in Einklang zu bringen? Was muss die Stadt der Zukunft seinen BewohnerInnen ermöglichen? Welche Möglichkeiten gibt es, um auf den Klimawandel zu reagieren?

Antworten und anschauliche Lösungsansätze für diese und weitere Fragen finden sich in den vier Themenräumen: Healthy Urban Living, Green City, Regenerative Energy und Local Food. Mit Ideen, Projekten und Visionen sollen sie zur bewussten Auseinandersetzung anregen. Räumliche Inszenierungen und interaktive Exponate machen Aussagen wiederum visuell und physisch greifbar.

Die individuelle Vision einer Zukunftsstadt kann ein jeder am Ende der Ausstellung erleben. Mithilfe eines Smart-Armbands, das alle BesucherInnen zu Beginn erhalten, haben sie an ausgewählten Exponaten die Möglichkeit, Interessen zu vertiefen, spielerisch aktiv zu werden und Icons zu sammeln.

Die finale Show ist ein weißes, dreidimensionales Modell, das eine Miniaturversion des Deutschen Gartens mit typischer Stadtinfrastruktur vereint. Mit Abgabe des Armbands werden die gesammelten Icons visualiert, das Modell verwandelt sich zu einer Projektionsfläche und wird durch die jeweiligen Visionen zum Leben erweckt.

Recycling & Nachhaltigkeit

Der Deutsche Garten soll nach Abschluss der Floriade möglichst komplett recycelt werden. Dafür sollen alle Bauprodukte sortenrein getrennt, in ihre Ausgangsmaterialien zerlegt und zur Gänze wiederverwendet werden. Ziel ist es, über 90% aller im Deutschen Garten anfallenden Reststoffe einem Recycling zuzuführen. Der Containerbau des Funktionstrakts geht komplett an den Hersteller zurück. Alle Holzmodule des Ausstellungstrakts und der Dachlandschaft sind bereits für eine Nachnutzung vorgemerkt. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, welche über die Zertifizierungen FSC oder PEFC verfügen.

Wasserzisternen sammeln Regenwasser für die eingesetzten Pflanzen. Unterschiedliche Solarpanele und Windkraftturbinen sind Bestandteile der Ausstellung, generieren aber auch einen Teil des Strombedarfs.

Mindestanforderungen an weitere Werkstoffe sind:
• formaldehydarme Spanplatten
• formaldehydarme Leime
• Wasserlacksysteme
• recyclingfähige Stoffe
• Materialien mit hohen Recycling-Anteilen
• PVC-freie Kunststoffe

Es wurde angestrebt, dass alle Produkte frei sind von:
• CMR-Stoffen
• halogenierte Lösungsmitteln in Kunststoffen
• chlorierten Kohlenwasserstoffen
• Schwermetallpigmenten
• Materialien mit Azo-Farbstoffen
• Beschichtungen mit biozider Wirkung (z. B. Holzschutzmittel, Pestizide)

Fotos: ARGE insglück, gtp2, studio grüngrau / keller-fotografie.de

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